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Während Elektroantriebe in aller Munde sind, fristet Wasserstoff als Antriebsart weiter ein Schattendasein. Das will der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Wissing (FDP) ändern.

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Wie Volker Wissing am Montag mitteilte, soll vor allem die Entwicklung von Wasserstoffmotoren für den im Land starken Nutzfahrzeugsektor vorangetrieben werden. Er kündigte an, einen technischen Prüfstand für genau solche Motoren an der TU Kaiserslautern mit 400.000 Euro zu fördern. Hier solle geprüft werden, wie Verbrennungsmotoren für den Betrieb mit Wasserstoff modifiziert werden müssten.

Wasserstoff soll direkt verbrannt werden

Es gehe bei Nutzfahrzeugen darum, einerseits Kohlenstoffdioxid einzusparen und zum anderen, hohe Leistungen, wie sie Bau- oder Landmaschinen brauchen, zu ermöglichen, sagte Wissing. Das sei mit der Wasserstoff-Brennstoffzelle oder einem Batteriebetrieb nicht möglich, könnte aber mit der Direktverbrennung von Wasserstoff gelingen.

"Es sieht momentan so aus, dass das die Alternative für die Nutzfahrzeugbranche ist", erklärte Martin Thul vom Commercial Vehicle Cluster (CVC) Südwest in Kaiserslautern, einer Art Netzwerk von in der Nutzfahrzeugbranche tätigen Akteuren. Damit könnten Wirkungsgrade wie bei einem Dieselmotor erreicht werden, als Abgas entstehe nur Wasserdampf. Es gebe schon einzelne Motoren, die so arbeiteten, hier müsse nun die weitere Forschung ansetzen.

Wissing will Nutzfahrzeugstandort sichern

Letztlich gehe es darum, den Nutzfahrzeug-Standort Rheinland-Pfalz zukunftssicher zu machen, sagte Wissing. Darum habe er 2019 eine Studie zu Stärken und Schwächen des Standortes in Auftrag gegeben, die unter anderem das Potenzial beim Verbrennungsmotor für Wasserstoff aufgezeigt habe. Ob diese Technik irgendwann auch für Pkw interessant werden könne, müsse abgewartet werden.

In Rheinland-Pfalz sitzen Branchengrößen wie beispielsweise Daimler mit seinem größten Lkw-Werk in Wörth, das Entwicklungszentrum des Landmaschinenherstellers John Deere in Kaiserslautern oder der Arbeitsmaschinen-Produzent Bomag in Boppard.

Kritik von der CDU

Die CDU im Landtag erklärte, in Rheinland-Pfalz lägen besondere Potentiale für Wasserstoff als Zukunftstechnologie. Allerdings seien bei diesem Thema andere Bundesländer schon weiter, in Rheinland-Pfalz habe es bisher keinen Plan gegeben. Insofern müsse sich erst noch zeigen, ob die präsentierte Strategie mehr als ein Papiertiger sei.

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