Eine Mutter arbeitet am Küchentisch während ihre Tochter gegenüber in ein Tablet guckt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Annette Riedl)

Arbeiten in Zeiten von Corona

Einkaufen und Hausarbeit? Was im Homeoffice erlaubt ist

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Mal schnell während der Arbeitszeit die Waschmaschine anmachen oder zum Bäcker um die Ecke laufen - ist das erlaubt? Wir fassen zusammen, wo die Grenzen liegen.

Pausenzeiten und Arbeitszeiten
Zwischendurch das Haus verlassen
Hausarbeit während der Arbeitszeit
Kinderbetreuung
Kontrolle der Arbeitszeit

Coronabedingt sind noch immer viele Büros leer. Was erst notgedrungen umgesetzt wurde, hat sich inzwischen vielerorts eingespielt: Nach einer Forsa-Umfrage will etwas mehr als die Hälfte der Deutschen auch nach dem Ende der Corona-Pandemie Homeoffice und Videokonferenzen nutzen. Dabei müssen jedoch Regeln beachtet werden.

Pausenzeiten und Arbeitszeiten

Das Homeoffice hat keinen Einfluss auf die Arbeits- und Pausenzeiten. "Das Arbeitszeitgesetz gilt im Homeoffice genauso wie im Büro", sagt Alessa Böttcher aus der SWR Rechtsredaktion. "Wenn im Betrieb feste Pausenzeiten vorgegeben sind, müssen die auch im Homeoffice eingehalten werden." Gesetzlich gelte für das Arbeiten zuhause das gleiche wie im Büro - flexibles Arbeiten sei dabei nicht vorgesehen. "Teilweise passen diese starren Regeln nicht auf die Lebensrealität, geplant ist deswegen eine Anpassung des Gesetzes", sagt Böttcher.

picture alliance  Fotostand | Fotostand  K. Schmitt (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Im Homeoffice gelten die gleichen Regeln wie im Büro Picture Alliance

Hausarbeit während der Arbeitszeit

Im Homeoffice zwischendurch mal die Waschmaschine ein- oder ausräumen ist nach dem Gesetz nicht erlaubt. "Die Wäsche muss also in der Pause gewaschen werden", so Alessa Böttcher. Es gebe den so genannten "Arbeitszeitenbetrug", bei dem der Arbeitnehmer angibt, mehr Zeit gearbeitet zu haben, als tatsächlich erfolgt: "Das kann ein Kündigungsgrund sein." Dabei müsse der Chef jedoch auch Augenmaß anlegen: "Auch im Büro ist der Kaffee auf dem Flur mit den Kollegen ebenfalls eine private Tätigkeit, die nicht in die Arbeitszeit gehört. Zur Kündigung führt so ein einzelnes Gespräch aber natürlich in der Regel nicht. Gleiches wird für eine Wäscheladung gelten."

Zwischendurch das Haus verlassen

Auch beim schnellen Einkauf ist es ähnlich: Selbst wenn der Supermarkt nur fünf Minuten entfernt ist und außerhalb der Pausenzeiten die Schlangen vielleicht kürzer sind: Das Arbeitszeitgesetz erlaubt nicht, zwischendurch einkaufen zu gehen. "Wenn der Arbeitnehmer angibt zu arbeiten, darf er keinen privaten Tätigkeiten nachgehen", sagt Expertin Böttcher. "In der Arbeitszeit muss der Arbeit nachgegangen werden."

Kinderbetreuung

Nach den strengen gesetzlichen Regeln darf in der Arbeitszeit also nur gearbeitet werden. Mit einem Kind, das kaum Betreuung braucht, sei Arbeiten im Homeoffice aber durchaus möglich. "Insoweit kommt es auf die Kulanz des Arbeitgebers an", sagt die Rechtsexpertin. Sei Arbeiten faktisch nicht mehr möglich, müsse Sonderurlaub genommen oder eine Freistellung beantragt werden. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurde in das Infektionsschutzgesetz dafür eine Regelung aufgenommen, wonach Eltern einen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben: "Voraussetzung ist, dass das Kind unter 12 Jahre alt ist, einer Betreuung bedarf und diese nur durch die Eltern geleistet werden kann, weil keine anderen Angebote zur Verfügung stehen. Das ausgefallene Gehalt wird aber nicht vollständig fortgezahlt."

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Kontrolle der Arbeitszeit

Und wie weise ich nach, von wann bis wann ich gearbeitet habe? Die Arbeitszeit zu dokumentieren, sei grundsätzlich die Pflicht des Arbeitgebers. Im Homeoffice könne er dies auf den Arbeitnehmer übertragen: "Der Arbeitgeber gibt dann vor, wie die Arbeitszeit zu dokumentieren ist." Ein Überwachen des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin sei nicht erlaubt: "Es kann nicht verlangt werden, dass dauerhaft eine Webcam läuft." Software für Tastenanschläge oder Screenshots dürfe nur angewandt werden, wenn der begründete Verdacht von Arbeitszeitenbetrug besteht, oder der Arbeitnehmer ausdrücklich zugestimmt hat, sagt Böttcher: "Der Arbeitgeber darf aber Arbeitsproben, einen Tätigkeitsbericht oder ähnliches anfordern, um die Arbeit zu überprüfen."

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