Elektronische Geräte, in denen Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden, liegen auf einem Tisch.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/kyodo)

Nach Explosion in Eisenberg

Wie gefährlich sind Lithium-Ionen-Akkus?

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In vielen Städten in Rheinland-Pfalz stehen Elektroroller an jeder Ecke. In Eisenberg ist der Akku eines solchen Rollers nun in einem Mehrfamilienhaus explodiert. Das sollten Sie über Lithium-Ionen-Akkus wissen:

Warum können solche Akkus explodieren?

Akkus sind sehr empfindliche Bauteile, gerade Lithium-Ionen-Akkus, die in den meisten Alltagsgeräten, wie Handys und Laptops, und auch in Elektrofahrzeugen verbaut werden. Bereits eine Delle kann dazu führen, dass sie nicht mehr einwandfrei funktionieren.

Häufiger Grund für eine Explosion oder einen Akkubrand ist die Überhitzung des Akkus. Lithium ist das leichteste feste Element und daher sehr beliebt für Akkus, es reagiert jedoch auch unter Normalbedingungen mit Sauerstoff. Das heißt, es brennt besonders schnell.

Holger Hagen, Abteilungsleiter Vorbeugender Brandschutz Feuerwehr Mainz, sagt: "Es kann jederzeit zu einem Brandereignis kommen, ohne dass ich irgendwelche Anzeichen davor bemerke. Man kann nur sorgsam und vorsichtig mit dem Akku umgehen." Lithium-Ionen-Akkus sind nicht so unempfindlich wie die Standard-Batterien, meist Alkali-Mangan-Batterien.

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Wie merke ich, dass mein Akku möglicherweise kaputt ist?

Ob der Akku nicht mehr so funktioniert, wie er soll, bemerkt man am schnellsten an der Leistung. Ist der Akku nach dem Aufladen direkt wieder leer? Wird er beim Laden heiß oder wölbt er sich unnatürlich auf? In diesen Fällen sollte der Akku dringend ausgetauscht werden. Benutzt man das betroffene Gerät dennoch weiter, kann der Akku durchschmoren und sich entzünden. Akkubrände kommen zwar selten vor, so Sabine Schütze aus der SWR-Umweltredaktion, aber Fälle wie in Eisenberg zeigen: diese Akkus werden nun immer häufiger in unserem alltäglichen Umfeld genutzt und daher hören wir auch öfter von solchen Vorfällen.

Wie gehe ich richtig mit Lithium-Ionen-Akkus um?

Wichtig ist, den Akku richtig zu lagern und zu laden. Die Akkus mögen keine Temperatur-Extreme. Das Handy in der Sonne liegen lassen, ist keine gute Idee, das kann den Akku nachhaltig schädigen. Dasselbe gilt für die Akkus von E-Bikes im Winter. Diese sollte man besser im Haus lagern, statt in der Garage bei Minusgraden. Akkus mögen Zimmertemperatur.


Experte Holger Hagen rät: Beim Laden solle man darauf achten, das Gerät auf einen geeigneten, feuerfesten Untergrund zu legen. Die Couch sei kein guter Ort, um Handys oder Laptops zu laden: Der Stoff fange leicht Feuer und die ordentliche Durchlüftung des Geräts samt Batterie werde verhindert.


Insbesondere bei Akkus von Elektrofahrzeugen, wie E-Bikes, sei es wichtig, den Akku nicht vollständig leerzufahren, so Sabine Schütze. Bei einer solchen Tiefenentladung könne es zu Zellschäden kommen, die eine Selbstentzündung provozierten. Viele Geräte verhinderten zwar eine solche Tiefenentladung, aber nicht alle. Deshalb sollten Fahrrad- oder Roller-Akkus mit einer Restleistung von etwa 30 % gelagert werden.

Was kann ich noch beachten, um einen Akkubrand/-explosion zu verhindern?

Wenn der Akku kaputt sein sollte, er eine Delle hat oder einfach nicht mehr richtig funktioniert, sollte man beim Neukauf auf die Qualität des Akkus achten. Im Internet finden sich zwar häufig verlockend günstige Angebote. Aber: Es empfiehlt sich hier auf Originalersatzteile zu achten. SWR-Umweltredakteurin Schütze sagt: "Bei billiger Importware kann das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit schon mal fehlen."

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