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Gewitter, Wind und Starkregen führen dazu, dass einige Jungvögel aus ihren Nestern fallen oder bei ihren ersten Flugversuchen zu Boden gedrückt werden.

In der Jungvogelzeit - also zwischen April und August - käme es sowieso regelmäßig vor, dass junge Vögel aus dem Nest fallen, erklärt Maik Heublein von der Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen in Haßloch. Das liege zum Beispiel an zu engen Nesten, in denen sich manchmal auch Geschwister aus Versehen aus dem Nest stoßen. Aber auch heiße Temperaturen führen dazu, dass die jungen Tiere sich aus dem Nest bewegen. Starkregen und stürmischer Wind stellen eine besondere Gefahr für Jungvögel dar, die noch nicht fliegen können.

Nach dem Sturm mehr Vögel in Auffangstation

Vor allem beim Fliegen lernen ist Regen gefährlich für junge Vögel, deren Gefieder noch nicht komplett wasserabweisend ist und sich voll saugt. Mit durchnässtem Federkleid können sie nicht mehr weiter fliegen. Wind, Starkregen und Hagel können dazu führen, dass Jungtiere gegen Autos und Hauswände prallen oder zu Boden gedrückt werden. Sturm bringt die Bäume so stark zum Schwanken, dass ganz kleine Vögel aus dem Nest fallen oder komplette Nester abstürzen. Jessica Lehmann vom Rheinland-Pfälzischen Storchenzentrum berichtet, dass sie nach den jüngsten Unwettern drei Jungstörche aufgenommen haben. Diese hätten bei einem Unwetter ihr Nest, den Horst, verloren, weil er vom Sturm umgestürzt worden war. Derzeit sei die Pflegestation so voll wie noch nie.

Unwetter verhindert Auswildern

Auch die Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen in Haßloch hat dieses Jahr überdurchschnittliche viele Vögel aufgenommen. Normalerweise kümmert sich Falkner Maik Heublein im Jahr um 180 - 250 Vögel. Zur Zeit - Mitte Juli - hat er schon 215 Tiere aufgenommen, versorgt und teilweise wieder ausgewildert. Das Auswildern verzögert sich jedoch häufig, weil niederschlagreiche Tage sich nicht gut eignen, um die Vögel in die freie Wildbahn zu entlassen.

Dass dieses Jahr so viele Jungvögel gefunden und in Auffangstationen abgegeben werden, liegt aber auch daran, dass beispielsweise der Bestand an Uhus enorm gestiegen ist. Diese waren eine Zeit lang in Deutschland fast ausgestorben und konnten durch Schutz- und Auswilderungsmaßnahmen gerettet werden. Gute Futterbedingungen für die erwachsenen Vögel führen ebenfalls dazu, dass manche von ihnen zwei Mal im Jahr Nachwuchs bekommen. Somit gibt es, laut Heublein, dieses Jahr grundsätzlich mehr Jungvögel. Auch das führe zu vollen Pflegestationen.

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