Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält eine Rede im Bundestag.

Rheinland-Pfälzer unter Verdächtigen

Verhinderter Lauterbach-Entführer legt laut "Spiegel" Geständnis ab

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Einer der Verdächtigen, die die Entführung von Bundesgesundheitsminister Lauterbach geplant haben sollen, hat nach Informationen des "Spiegel" gestanden. Zu der Gruppe gehört auch ein Mann aus Neustadt an der Weinstraße.

Wie der "Spiegel" berichtet, räumte einer der Verdächtigen - ein Buchhalter und ehemaliger NVA-Soldat aus dem Berliner Umland - die Vorwürfe weitestgehend ein. Die Operation sei demnach bereits genau geplant gewesen.

Nach Entführung Lauterbachs politischer Umsturz

Nach der Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sollte ein politischer Umsturz folgen, schreibt das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf den Verteidiger des Mannes. Das Grundgesetz sollte aufgehoben und ein Regierungswechsel vorbereitet werden.

Es sei geplant gewesen, einen Doppelgänger des Bundespräsidenten, des Kanzlers oder eines anderen prominenten Politikers auftreten zu lassen, um den Umsturz zu bestätigen. Die Bevölkerung habe daraufhin durch einen bundesweiten Stromausfall von der Medienberichterstattung abgeschnitten werden sollen, damit die neue Regierung ungestört arbeiten könne, heißt es in dem Bericht.

Als Motiv seines Mandanten nannte der Verteidiger Unzufriedenheit mit der Politik und den Corona-Maßnahmen. Die Bundesanwaltschaft äußerte sich auf Anfrage nicht dazu.

Einer der Hauptverdächtigen aus RLP

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt gegen eine fünfköpfige Kerngruppe von Hauptbeschuldigten. Vier von ihnen sitzen seit Mitte April in Untersuchungshaft, darunter der laut "Spiegel" geständige Mann aus dem Berliner Umland und ein 55 Jahre alter Mann aus Neustadt an der Weinstraße. Nach Recherchen von REPORT Mainz war der seit etwa zwei Jahren in zahlreichen Telegram-Gruppen aktiv, in denen es um Proteste gegen die Corona-Politik ging. Die beiden Männer sollen die entscheidenden Organisatoren der Gruppe gewesen sein.

Der Neustadter wurde bei dem Versuch, Waffen zu kaufen, festgenommen. Daraufhin folgten bundesweite Durchsuchungen und weitere Festnahmen.

Die Bundesanwaltschaft hält die Gruppe für eine terroristische Vereinigung. Dreien der Männer werfen die Ermittler vor, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Zwei sollen versucht haben, sich an einem Verbrechen zu beteiligen.

Austausch über Chatgruppen

Die Verdächtigen sollen sich in verschiedenen Chatgruppen mit den Namen "Vereinte Patrioten" - zwischenzeitlich umbenannt in "Tag X Deutschland" und "Aktive Patrioten/Veteranen" - ausgetauscht haben. Nach Informationen von REPORT MAINZ trafen sich einzelne Anhänger der Gruppe mehrfach auch im echten Leben, um ihre Organisationsstrukturen zu festigen.

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SWR