Ein Stromzähler in einem privaten Haushalt. (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Steigende Energiepreise in Rheinland-Pfalz

Vertrag gekündigt oder zu hoher Abschlag? Das können Kunden tun

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Strom und Gas wird teurer, und immer wieder kündigen gerade vermeintlich günstige Anbieter Verträge. Das sorgt für einen Ansturm auf die Beratung der Verbraucherzentralen, beispielsweise in Mainz. Was Kunden tun können und worauf sie achten sollten.

Eine Betroffene ist Studentin Laura Gläser aus Mainz. Im vergangenen November hatte ihr Anbieter Fuxx-Die Sparenergie den monatlichen Abschlag von 50 auf 63 Euro erhöht - obwohl eine Preisgarantie für ein weiteres Jahr vereinbart war. Die Studentin akzeptierte diese Erhöhung nicht. Prompt folgte die Kündigung, gegen die sie Widerspruch einlegte.

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Ein Mitarbeiter von Fuxx habe ihr dann erklärt, dass es an dem derzeitigen Strompreis auf dem Markt liege und das Unternehmen diese Preiserhöhung weitergeben müsse. "Auf meine Frage hin, ob man denn immer so mit den Kunden umspringen würde, meinte er: 'Ja, wir nehmen lieber unzufriedene Kunden in Kauf, als am Ende des Jahres einen Insolvenzantrag stellen zu müssen'", berichtet die 25-Jährige.

Verbraucherzentrale RLP kann Anfragen kaum abdecken

Fälle wie diese stapeln sich bei Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und seinen Kollegen bundesweit. "Wir haben sehr viele Beschwerden", berichtet der Fachbereichsleiter Energie und Bauen.

So viele, dass man gar nicht dazu komme, diese zu zählen. "Wir wissen auch, dass viele Leute im Moment nicht durchkommen bei unseren Hotlines", bedauert Weinreuter. Trotzdem könne die Verbraucherzentrale vielen Menschen helfen.

Abschlagszahlungen wirklich anpassen?

Immer wieder gehe es dabei um Abschlagserhöhungen. "Wenn der Versorger an einen herantritt und das Anliegen hat, die Abschlagszahlungen anzupassen, dann sollte man sich das genau anschauen, von welcher Höhe da die Rede ist und das entsprechend mit dem Versorger abklären", empfiehlt Weinreuter.

Worauf man achten sollte: Wenn die Abschlagszahlungen zu niedrig sind, dann drohen hohe Nachzahlungen. Sind sie zu hoch, leistet man quasi ein zinsloses Darlehen an den Versorger. "Da sollte man einen Mittelweg finden - vor allen Dingen, wenn man weiß, dass man bei hohen Nachzahlungen Zahlungsprobleme bekommen könnte", sagt der Verbraucherschützer.

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Tipp: Sonderpreismodelle der Grundversorger prüfen

Stellt der Anbieter die Versorgung einfach ein, gilt es, einen Ersatz zu suchen. Allerdings werden oft hohe Preise für Neukunden aufgerufen - auch bei den Grundversorgern, so Weinreuter: "Das halten wir auch nicht für zulässig. Aber das muss noch geklärt werden."

Trotzdem empfiehlt er, die Preisentwicklung auch bei örtlichen Anbietern abzuwägen. "Die örtlichen Versorger haben auch Sonderpreismodelle und die können im Moment durchaus günstiger sein als die überregionalen Anbieter."

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Verbraucherzentrale RLP rät, Schadensersatz zu fordern

"Das, was einige Versorger gemacht haben - sich von dem Markt zurückzuziehen, um den Kunden zu kündigen, aber keine Insolvenz anzumelden - das geht nicht, da kann man Forderungen auf Schadensersatz stellen", sagt Weinreuter. Denn für Verträge gelten eben die vereinbarten Laufzeiten und eine bestimmte Kündigungsfrist.

Schlichtungsstelle Energie hilft Betroffenen

Die von einem solchen Fall betroffene Laura Gläser aus Mainz hat nun immerhin Geld von ihrem ehemaligen Stromanbieter bekommen: 90 Euro Entschädigungsaufwand. Geholfen hat ihr dabei die Schlichtungsstelle Energie in Berlin. Künftig will die Studentin nach einem Jahr den Anbieter wechseln. Und Preismodelle vergleichen. Das erspart ihr vielleicht viel Ärger.

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