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Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat eine eindeutige Kennzeichnung von Eiern gefordert, für deren Herstellung keine Küken getötet werden.

Bestehende Hinweise wie "ohne Kükentöten", mit denen vor Inkrafttreten des entsprechenden Verbots zum kommenden Jahreswechsel für Eier geworben werde, seien oftmals unklar, kritisierten die Verbraucherschützer am Donnerstag mit Verweis auf eine repräsentative Verbraucherumfrage. Die Befragten wünschten sich mehr Transparenz und Informationen.

Zwei Möglichkeiten, um Kükentöten zu umgehen

85 Prozent der rund 1.000 im Dezember durch das Marktforschungsinstitut GfK befragten Verbraucher lehnen das Töten männlicher Küken den Angaben zufolge ab. Laut der Verbraucherzentrale gibt es zwei Methoden, um das Kükentöten zu vermeiden: Entweder werden Eier mit männlichen Embryonen nach einer Geschlechtsbestimmung umgehend aussortiert - oder aber die sogenannten Bruderhähne werden "trotz ihres geringen Fleischansatzes aufgezogen und die Mehrkosten durch einen Preisaufschlag auf die Eier der Schwesterhennen ausgeglichen".

Für Verbraucherinnen und Verbraucher sei allerdings nicht immer nachvollziehbar, welche Methode zum Einsatz kommt, erklärten die Verbraucherschützer. Die entsprechenden Label seien oftmals nicht richtig einzuordnen. So nahmen 46 Prozent der Befragten an, dass hinter dem Label "ohne Kükentöten" des Unternehmens "respeggt" zwingend eine Bruderhahnmast steckt - dies sei jedoch nicht der Fall.

Verbraucher wollen mehr Transparenz

45 Prozent der Verbraucher sind mit dem allgemeinen Hinweis laut Umfrage trotzdem zufrieden und finden ihn für beide Methoden ausreichend präzise, "während 38 Prozent diese Angabe nur für die Aufzucht der männlichen Küken akzeptieren", wie die Verbraucherschützer weiter erklärten.

In jedem Fall wollen die Verbraucher mehr Transparenz: 73 Prozent wünschten sich, dass zusätzlich zur Angabe "ohne Kükentöten" die genaue Methode genannt wird. Zusätzlich sollte gegebenenfalls "auch transparent gemacht werden, wie und wo Bruderhähne aufgezogen werden", forderte die Verbraucherzentrale.

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