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Nach einem Jahr Corona-Pandemie hatten wir gehofft: wenigstens an Ostern eine kleine Reise. Daraus wird wieder nichts. Was jetzt noch geht.

Ein paar Tage am Strand, eine Städtereise oder ein Ferienhaus irgendwo im Grünen: All das bleibt in den Osterferien schwierig bis unmöglich. Bund und Länder raten wegen steigender Corona-Infektionszahlen von touristischen Reisen im In- und Ausland ab. Das bedeutet zwar nicht, dass man gar nicht reisen darf. Viel ist aber nicht mehr möglich.

Ferien in Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte sich in der jüngsten Bund-Länder-Schalte dafür stark gemacht, Reisen im eigenen Bundesland zu ermöglichen. Der Vorschlag, für den sich auch norddeutsche Bundesländer einsetzten, wurde aber abgelehnt.

Campingplätze, Hotels und Pensionen dürfen aber auch darüber hinaus bis 18. April nicht für Touristen öffnen. Und auch Ferienwohnungen dürfen nicht an Urlauber vermietet werden. Auch innerhalb von Rheinland-Pfalz können nur die verreisen, die bei Familie oder Freunden unterkommen können. Und hier gilt: maximal zwei Haushalte mit fünf Erwachsenen, Kinder unter 14 Jahren werden nicht gezählt.

Rheinland-pfälzisches Gastgewerbe entsetzt

Das rheinland-pfälzische Gastgewerbe reagierte entsetzt auf die Beschlüsse. Die Branche sei von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) "maßlos enttäuscht, dass sie ihr Wort nicht hält und offensichtlich gegen besseres Wissen Hotellerie und Gastronomie über Ostern zugesperrt hält", sagte der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann. Dabei gehe von Hotels und Gaststätten nachweislich keine Gefahr aus.

Urlaub im Ausland

Ein grundsätzliches Reiseverbot gibt es nicht. Auch eine weltweite Reisewarnung wie zu Beginn der Pandemie im vergangenen Frühjahr sei bisher nicht geplant, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte.

Die Bundesregierung denkt jedoch darüber nach, Reisen zu bestimmten ausländischen Zielen vorübergehend zu verbieten. Das werde gerade geprüft, so eine Regierungssprecherin. Es gebe aber große verfassungsrechtliche Hürden.

Umstrittene Reisen nach Mallorca

Für viele Länder gilt: Reisende müssen sich nach ihrer Rückkehr in Deutschland in Quarantäne begeben, weil die Länder als Corona-Risikogebiete eingestuft sind. Mallorca und andere Baleareninseln stehen derzeit nicht auf der Risikoliste, weswegen viele Sonnenhungrige dorthin aufgebrochen sind.

Kathedrale in Palma de Mallorca (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Der Hafen von Palma de Mallorca Picture Alliance

Die Auslandsreisen sind aber umstritten. "Wenn die Reiseaktivität steigt, dann werden auch die Inzidenzraten steigen. Das ist relativ klar", sagt der Mainzer Virologe Bodo Plachter. Im Urlaub möchte man sich erholen und Corona vergessen, so Plachter. Das führe dazu, dass man unvorsichtig werde.

Fluggesellschaften sollen deshalb dazu verpflichtet werden, ihre Passagiere vor dem Rückflug nach Deutschland auf Corona zu testen, auch wenn sie nicht in ein Risikogebiet gereist waren. Ministerpräsidentin Dreyer sagte, das hätten Bund und Länder beschlossen.

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