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Wird in diesem Jahr trotz Corona Osterurlaub möglich sein? Während einige Politiker schon den Kopf schütteln, will sich die rheinland-pfälzische Landesregierung noch nicht festlegen. Optimistisch zeigt man sich hingegen beim Hotel- und Gaststättenverband.

Eine klare Absage an den Osterurlaub in Deutschland gibt es zumindest aus Rheinland-Pfalz bislang nicht - aber auch keine Zusage. Bei der jüngsten Bund-Länder-Schalte hätten sich alle Beteiligten darauf verständigt, den Teil-Lockdown bis zum 7. März zu verlängern und weitere Öffnungen bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von 35 möglich zu machen, heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung an den SWR.

Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sei es daher jetzt "noch zu früh, um über Osterurlaub zu spekulieren". Sie verwies stattdessen auf das für den 3. März angesetzte nächste Bund-Länder-Spitzengespräch. Dann solle auch über einen Stufenplan für schrittweise Öffnungen gesprochen werden.

Dehoga erwartet trotz Corona Hotel-Öffnungen zu Ostern

Deutlich wird Gereon Haumann, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Rheinland-Pfalz. "Wenn die Politik nur ein kleines Stück glaubwürdig bleiben will, dann muss sie am 3. März liefern", so Haumann. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 habe die Politik Lockerungen in Aussicht gestellt. Dass die Inzidenzwerte aktuell kontinuierlich zurückgehen, stimme ihn daher zuversichtlich, dass Hotels zu Ostern öffnen könnten.

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Der Dehoga fordert einen konkreten Stufenplan mit Öffnungsperspektiven. Dieser müsse spätestens am 3. März vorliegen und bei rückläufigen Inzidenzwerten eine Öffnung der Beherbergungsbetriebe vorsehen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frau Dreyer Hotels bei Inzidenzen um die 35 weiter geschlossen hält", sagt Haumann. Man habe Hygienekonzepte strikt umgesetzt, aus dem Gastgewerbe seien keine Infektionen bekannt. Zudem seien am 14. März Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Das erhöhe den Druck.

Hotels sind wegen Corona wirtschaftlich stark angeschlagen

Der Stufenplan solle Öffnungen von den Inzidenzwerten der einzelnen Bundesländer abhängig machen und nicht von der gesamtdeutschen Lage. Sinkt in Rheinland-Pfalz die Inzidenz weiter, sollten Hotels früher öffnen können als in Bundesländern mit hohen Werten, fordert Haumann. "Es darf keine Sippenhaft für Inzidenzen in ganz anderen Ländern geben."

Denn die wirtschaftliche Lage sei alarmierend: Drei Viertel der Betriebe haben laut Haumann akute Probleme mit ihrer Liquidität. Ein Viertel davon beschäftige sich mit einer dauerhaften Schließung. Sollte Anfang März jedoch eine Öffnung der Hotels beschlossen werden, ist Haumann "optimistisch, dass wir ausreichend hohe Auslastungen haben, um die Betriebe an den Ostertagen mit Gewinn führen zu können".

Campingplätze in Rheinland-Pfalz fordern Öffnung für Dauercamper

Beim Verband der Campingplatzunternehmer Rheinland-Pfalz und Saarland (VCRS) hat Geschäftsführer Heinrich Lang aktuell vor allem die Dauercamper im Blick. Anders als in den Nachbarbundesländern Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen waren die Campingplätze in Rheinland-Pfalz zuletzt auch für sie geschlossen. Ziel des VCRS: Eine Öffnung für Dauercamper vor Ostern erreichen. Es gebe Campingplätze, die auf diese Zielgruppe angewiesen seien, so Lang.

Insgesamt ist Lang in Sachen Ostergeschäft aktuell aber nicht sonderlich optimistisch: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Angst vor Mutationen plötzlich verschwindet. Sie werden uns vertrösten, weil sie an Ostern nicht die nächste Welle provozieren wollen", glaubt Lang. Ein kleiner Trost für die Campingplätze: Zu Ostern ist dort normalerweise noch keine Hochsaison - vor allem, wenn Ostern auf einen frühen Termin fällt, wie in diesem Jahr. Spätestens ab dem 1. Mai sollten die Plätze aber wieder öffnen dürfen. "Sonst wird es knapp", sagt Lang.

Bundesweit Uneinigkeit über den Osterurlaub

Auch bundesweit sorgt die Frage nach dem Osterurlaub knapp sieben Wochen vor dem Fest für Diskussionen. Ministerpräsidentin Dreyer hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass in der Frage um Lockerungen und Öffnungen ein koordiniertes Vorgehen von Bund und Ländern notwendig sei. Aktuell gibt es aber vor allem eins: Uneinigkeit.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schloss am Wochenende in der "Bild am Sonntag" einen Osterurlaub in Deutschland wegen der Corona-Pandemie definitiv aus. "Gaststätten und Hotels werden in Sachsen auch über Ostern geschlossen sein müssen."

Unterstützung erhielt er dabei vom SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir in diesem Jahr Osterurlaub machen können", sagte Lauterbach am Montag der "Welt". Die Osterwochen müssten genutzt werden, um "mit möglichst geringen Kontakten die noch immer drohende dritte Welle mit den gefährlichen Mutationen abzuwenden".

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält Osterurlaub trotz der Corona-Pandemie für realistisch. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will ihn bislang nicht in Frage stellen.

Bundesregierung will Entwicklung der Corona-Lage abwarten

Die Bundesregierung wagt noch keine Prognose. Es spreche jetzt vieles dafür, die Entwicklungen in den nächsten Wochen abzuwarten, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. "Wir haben zurzeit eine Lage, die sich in vielerlei Hinsicht positiv entwickelt", sagt Seibert. Allerdings sei die Lage wegen der Mutationen noch unsicher. Es gebe nach wie vor eine "reale Gefahr". Er gehe aber davon aus, dass Ostern 2021 "ein etwas anderes Fest" werde, als es Ostern 2020 gewesen sei.

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