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In diesem Jahr wollen viele Menschen coronabedingt in Deutschland Urlaub machen. Auch in Rheinland-Pfalz gibt es großes Interesse an Unterkünften.

Die Eifel oder Rheinhessen statt Mallorca oder die Karibik: In diesem Jahr werden voraussichtlich viele Menschen ihren Urlaub hier verbringen. Rheinland-Pfalz hat zwar kein Meer aber dafür einiges an Natur und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Doch merken die Anbieter von Unterkünften schon etwas von der neuen Lust, das eigene Land zu entdecken?

In den Tourismusagenturen im ganzen Land merkt man die aufkommende Reiselust. Ursula Gerharz vom Westerwald Touristik-Service spricht von "extrem vermehrten Anfragen" und auch an der Mosel und im Hunsrück steigen die Nachfragen kontinuierlich. In allen drei Regionen seien vor allem Wanderer und Radfahrer auf der Suche nach Unterkünften.

Ferienwohnungen und Wohnmobilstellplätze sind gefragt

"Vor allem Ferienwohnungen sind gefragt", sagt Gerharz. Das bestätigt auch Klaus Schäfer von der Eifel Tourismus GmbH. Bei den kleineren Hotels im Westerwald sei es schwieriger, da diese hohe Hygieneauflagen zu erfüllen hätten, so Gerharz. Im Hunsrück sieht das anders aus. Iris Müller von der Hunsrück-Touristik GmbH berichtet, dass vor allem Wanderer in die Gegend kämen und diese in Hotels nächtigen würden. An der Mosel merke man, dass vor allem Familien sich darüber informieren, welche Möglichkeiten sie für ihren Sommerurlaub hätten.

Die Campingplätze in Rheinland-Pfalz erfahren ebenfalls große Zustimmung - vor allem durch Menschen mit Wohnmobil. Während die meisten Gäste aus den benachbarten Bundesländern kämen, seien nun aber auch vermehrt Niederländer und Belgier auf den Campingplätzen, so Gerharz. An der Mosel kämen dazu noch viele Einheimische, die ihre Nachbarschaft erkunden, sagt Christiane Heinen von der Mosellandtouristik GmbH.

Hoteliers sind weniger optimistisch

Gideon Haumann von der Dehoga ist weniger optimistisch. Sein Verband habe eine repräsentative Befragung gemacht. Bei dieser hätten drei Viertel aller Hotels angegeben, in den kommenden drei Monaten nur die Hälfte der Betten belegt zu haben. Normal seien in den Sommermonaten 80 bis 100 Prozent.

Vor allem in den Businesshotels merke man weiterhin die fehlenden Tagungen und Geschäftsreisen. Mit der Erlaubnis, die Wellnessbereiche ab dem 10. Juni wieder zu öffnen, seien die Anfragen und Buchungen aber insgesamt gestiegen, so Haumann.

Verluste aus den Corona-Maßnahmen drücken Gesamtbilanz

Die Betriebe können ihre Einbußen aus den Corona-Maßnahmen vermutlich nicht wettmachen. Überall geht man von Verlusten in der Gesamtbilanz aus. Trotz der vermehrten Anfrage, gebe es noch genug Leute, die verhalten seien bei der Urlaubsplanung, sagt Iris Müller aus dem Hunsrück. Von Klaus Schäfer aus der Eifel heißt es: "Die Ausfälle für Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel belaufen sich auf 384 Millionen Euro." Auch wenn mehr Gäste kommen würden, hätten diese weniger Geld, so Schäfer.

Obwohl Rheinland-Pfalz derzeit als Urlaubsland beliebt ist, müsse man sich noch keine Sorgen machen, keine Unterkunft mehr zu bekommen, heißt es aus den Regionen. "Ich glaube nicht, dass irgendwann alles belegt ist", sagt Ursula Gerharz aus dem Westerwald.

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