Fast 6.000 ukrainische Kinder und Jugendliche in RLP

Land will Neuankömmlinge in Schulen integrieren

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An den rheinland-pfälzischen Schulen sind derzeit 5.898 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine angemeldet. Ziel sei es, sie zu integrieren, ihnen Sicherheit zu bieten und die deutsche Sprache zu vermitteln, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig.

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Die SPD-Politikerin besuchte am Freitag das Staatliche Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss in Mainz. Das Ministerium wolle weiteres pädagogisches Personal aus der Ukraine einbinden, sagte Hubig.

Auch an Lernangeboten aus der Heimat kann digital teilgenommen werden

Seit Mitte Februar seien 70 Lehrkräfte mit ukrainischer Nationalität und zusätzliche 51 zur Sprachförderung eingestellt worden, erklärte Hubig. Das Sprachförderkonzept des Landes habe sich seit 2015/16 gut bewährt und werde je nach Bedarf ausgebaut, sagte Hubig. Im Nachbarland Baden-Württemberg gehen inzwischen sogar schon 9.000 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine zur Schule. Zur Verstärkung der Vorbereitungsklassen haben sich dort mehr als 1.000 Menschen auf dem Portal des Kultusministeriums registriert, zahlreiche ukrainische Lehrkräfte unterrichten bereits.

Am Schlossgymnasium in Mainz werden derzeit nach Angaben der Schulleitung 22 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine unterrichtet. Sie erhalten alle gemeinsam Deutschunterricht, werden in den regulären Unterricht integriert, können aber auch digital an Lernangeboten aus ihrer Heimat teilnehmen. Hierfür seien vom Schulamt zusätzliche Endgeräte zur Verfügung gestellt und eingerichtet worden, die an die Schulen im Land verteilt werden könnten, berichtete die Ministerin.

Väter kämpfen oft im Krieg

Während des Deutschunterrichts sei das Handyverbot aufgehoben, erklärte Lehrerin Constanze Conrad. "Fast alle Väter kämpfen in der Ukraine. Wenn sie sich melden, müssen die Kinder die Chance haben, nachgucken zu können."

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Wie zum Beispiel Herman Tkachuk, dessen Vater noch in Kiew ist. Mit ihm hält er Kontakt über soziale Netzwerke. Herman ist 16 Jahre alt und mit seiner Mutter und seinen Geschwistern vor rund zwei Monaten nach Deutschland geflüchtet. In Kiew hatte er bereits Deutschunterricht. Sein Ziel sei es, in Deutschland Design zu studieren, erzählt er. Das habe er schon vor dem Krieg vorgehabt.

Neuankömmlinge werden von Paten betreut

Am Schlossgymnasium betreuen sogenannte "Schlosspaten" Neuankömmlinge wie Herman. Sie verabreden sich in der Freizeit und helfen bei der Eingewöhnung an die neue Schule - ein Projekt, das bereits 2015 ins Leben gerufen und nun reaktiviert wurde. Auch ein Elternabend habe stattgefunden, um herauszufinden, was gerade am meisten gebraucht wird, erzählte Schulleiterin Karin Ding. Sie wünscht sich noch eine dritte Lehrkraft für den Deutschunterricht, die Anfrage laufe bereits. "Wir haben das Glück, eine Lehrerin zu haben, die ukrainische Muttersprachlerin ist - das erleichtert am Anfang die Kommunikation", sagte Ding. Der Bedarf sei groß, beinahe täglich erreichten die Schule neue Anfragen für die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern.

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