Eine Bewerberin erhält die Stelle, Handschlag (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst | Klaus-Dietmar Gabbert)

Zugang zum Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz

So soll Ukrainern bei der Jobsuche geholfen werden

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Geflüchtete aus der Ukraine können in Rheinland-Pfalz Unterstützung bei der Suche nach einer Beschäftigung erhalten. Experten sehen Sprachkenntnisse als entscheidende Voraussetzung.

Bei der Aufnahme ukrainischer Geflüchteter in Rheinland-Pfalz gehe es zunächst darum, den Menschen Schutz, eine Unterkunft und psychosoziale Betreuung zu bieten: "Sie kommen nicht, um das Fachkräfteproblem zu lösen", sagt Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD).

Dennoch sollen Geflüchtete auch die Chance auf eine Beschäftigung erhalten, da der Zugang zum Arbeitsmarkt auch ihre Integration in die Gesellschaft erleichtern kann. Die Bundesagentur für Arbeit hat für Flüchtlinge aus der Ukraine daher eine Sonderhotline eingerichtet.

Hotline und Internetseite mit Informationen

"Mitarbeiter geben dort Geflüchteten Informationen zur Arbeits- und Ausbildungssuche in russischer und ukrainischer Sprache", erklärt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. Außerdem gebe es für die Geflüchteten eine spezielle Internetseite mit Informationen zu Unterstützungsangeboten der Arbeitsagentur.

"Wenn geflüchtete Frauen und Männer hier bleiben wollen oder müssen, ist es wichtig, dass wir diese frühzeitig, umfassend und ausbildungsadäquat beraten, vermitteln und gegebenenfalls qualifizieren, damit das erworbene Bildungsniveau nicht verloren geht", betont Schulz. "Ziel sollte es sein, die Menschen entsprechend ihrer Kompetenz nachhaltig zu integrieren."

Wechsel in Jobcenter

Nach dem Bund-Länder-Beschluss von Anfang April werden Geflüchtete aus der Ukraine ab 1. Juni in die Betreuung der Jobcenter wechseln. Damit erhalten sie ab dem Wechsel Leistungen der Grundsicherung. "Ich sehe darin einen großen Vorteil für die geflüchteten Menschen", so Schulz.

"In den Jobcentern haben wir einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen, weil Leistungen zum täglichen Leben, Finanzierung des Wohnraums, Beratung und Vermittlung oder Förderung von Qualifizierungen gebündelt in einer Hand liegen."

Sprachkenntnisse als Schlüssel zur Integration

Die Erfahrung aus der Flüchtlingskrise 2015/16 hat nach Ansicht von Arbeitsminister Schweitzer gezeigt, dass eine Integration in Arbeitsmarkt und Gesellschaft nur mit ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen gelingen kann. Daher könnten Geflüchtete aus der Ukraine auf Antrag an Sprach- und Integrationskursen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge teilnehmen.

"Wer eine Arbeit in Rheinland-Pfalz sucht, dem wollen wir eine Chancengarantie bieten", betont der Minister. Dazu sei unter anderem eine zügige Anerkennung der Berufsabschlüsse wichtig, damit Menschen "nicht weit unterhalb ihrer Qualifikation" eine Arbeit annehmen.

"Beschäftigungspiloten" ab Juli

Das Arbeitsministerium setzt außerdem auf "Beschäftigungspiloten". Diese sollen die Menschen beraten und in engem Kontakt zu den Agenturen für Arbeit, ehrenamtlichen Helfern, Anbietern von Integrations- und Sprachkursen und anderen Institutionen stehen.

Voraussichtlich ab 1. Juli werde das Programm in den Landkreisen und kreisfreien Städten angedockt sein, kündigt Schweitzer an. Finanziert wird es mit EU-Mitteln.

Überdurchschnittlich hohes Bildungsniveau bei Geflüchteten vermutet

In Rheinland-Pfalz sind bislang laut Ministerium mehr als 34.000 Menschen mit Bezug zur Ukraine im Ausländerzentralregister erfasst worden. Zumeist handelt es sich um Frauen und Kinder. Zur beruflichen Qualifikation gebe es noch keine verlässlichen Daten. Das Institut für Arbeitsmarktforschung geht aber davon aus, dass die Flüchtlinge aus der Ukraine ein überdurchschnittlich hohes Bildungsniveau haben.

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