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Die Gemeinde Zemmer befürchtet, nach dem Absturz eines amerikanischen F-16 Kampfjets in ihrem Waldgebiet, für die Beseitigung vieler Schäden selbst zahlen zu müssen. Der Bürgermeister fordert Hilfe von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg.

Die vom amerikanischen Militär gefällten Bäume müsse die Gemeinde auf eigene Kosten auf Schadstoffe untersuchen lassen, sagte Bürgermeister Edgar Schmitt dem SWR. Er habe nach dem Absturz Anfang Oktober gehofft, dass alle Behörden bemüht seien, bei der Schadensermittlung zu helfen. Mittlerweile habe er einen ganz anderen Eindruck. Schmitt sagte weiter, er erwarte vom Landrat des Kreises Trier-Saarburg, dass die Kreisverwaltung die Ortsgemeinde bei der Schadensermittlung unterstützt.

Bäume in einem Wald (Foto: SWR)
Beim Absturz hat der Kampfjet Baumwipfel abrasiert

Der amerikanische Kampfjet vom Typ F-16 war am 8. Oktober in einem Wald in der Nähe von Zemmer abgestürzt. Das Waldgebiet, das zum Teil der Gemeinde Zemmer, zum Teil mehreren Privatbesitzern gehört, war bis Ende Oktober militärisches Sperrgebiet. Niemand außer dem amerikanischen Militär und der Bundeswehr durfte es betreten. Als Bürgermeister Schmitt zum ersten Mal vor Ort war, kamen ihm die ersten Zweifel, ob die Gemeinde nicht am Ende doch auf den Kosten der Schäden im Wald sitzen bleibt.

Hydrazin in einer Bodenprobe

Die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kommt nicht dafür auf, die gefällten Baumstämme auf Schadstoffe zu untersuchen und abzutransportieren, sagt Bürgermeister Schmitt. Seine Zweifel wurden größer, als er über Journalisten den Abschlussbericht der Bundeswehr zur Absturzstelle bekam. Darin steht, dass in einer Bodenprobe geringe Mengen des Giftstoffes Hydrazin aus dem Tank der F-16 gefunden wurden.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Gemeinderat berät nächste Woche

Drei private Waldbesitzer haben mittlerweile ein Bitburger Ingenieurbüro damit beauftragt, weitere Bodenproben zu nehmen und auf Giftstoffe zu untersuchen. Sie haben Zweifel daran, ob die zuständigen Behörden das gründlich genug machen. Der Gemeinderat Zemmer berät in seiner Sitzung nächste Woche darüber, ob er auch das Ingenieurbüro beauftragt.

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