Ein Interregio-Zug: Der Zweckverband Schienenpersonen-Nahverkehr Nord (SPNV) fordert einen besseren Aufbau der Eifelstrecke (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Patrick Pleul)

Wiederaufbau der Eifelstrecke

In 90 Minuten von Trier nach Köln - ist das machbar?

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Die Deutsche Bahn lässt die flutbeschädigte Eifelstrecke wieder aufbauen. Verkehrsexperten fordern: Die Strecke soll stabiler, moderner und vor allem schneller werden.

Mitglieder des Zweckverbandes Schienenpersonen-Nahverkehr Nord (SPNV) appellieren an den Bund, die Eifelstrecke nach den Flutschäden stabiler und moderner wieder aufzubauen. Auch acht Wochen nach der Flut könne über die zerstörte Eifelstrecke noch kein Zug fahren. Der Wiederaufbau solle dazu genutzt werden, die Eifelstrecke möglichst zu elektrifizieren und auch überall zweigleisig auszubauen.

Die Bauweise müsse stabiler werden - denn das Hochwasser habe massenhaft Bahnschotter weggeschwemmt und Brücken unterspült. Außerdem müsse daran gearbeitet werden, die Fahrtzeit zwischen Köln und Trier auf etwa 90 Minuten zu verkürzen. Das fordert unter anderem der Trierer Verkehrsdezernent Andreas Ludwig.

Verkehrsexperten: Gute Anbindung von Trier nach Köln wichtig

Der Verband Pro Bahn und der Verkehrsexperte Heiner Monheim unterstützen diese Forderungen - besonders nach einer schnelleren Fahrtzeit. Monheim sagte im SWR, das sei wichtig, um einen "Deutschlandtakt" hinzubekommen. Außerdem würden mehr Menschen vom Auto auf die Bahn umsteigen, wenn sie schneller auf der Strecke zwischen Trier und Köln reisen könnten.

Bernd Kruse von Pro Bahn aus der Eifel sagte, viel sei schon gewonnen, wenn zumindest einzelne Abschnitte nach und nach zweigleisig werden könnten. Als Beispiel nannte er die etwa acht Kilometer lange Teilstrecke zwischen Gerolstein und Birresborn.

Viele Gleise auf der Eifelstrecke zwischen Trier und Köln wurden durch das Hochwasser zerstört. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Viele Gleise auf der Eifelstrecke zwischen Trier und Köln wurden durch das Hochwasser unterspült oder zerstört. Picture Alliance

Elektrifizierung der Eifelstrecke nötig

Auch eine Elektrifizierung sei sehr wichtig. Bis zum Hochwasser Mitte Juli fuhren auf der Eifelstrecke Dieseltriebwagen, weil es dort keine Oberleitung gibt. Verkehrsexperte Heiner Monheim sagt, zunächst wären Akku-Triebwagen denkbar. Aber langfristig sei eine Oberleitung auf der Eifelstrecke sinnvoll - damit dort auch Güterverkehr laufen könnte.

Wiederaufbau braucht Zeit

Bernd Kruse von Pro Bahn glaubt, dass ein schneller Wiederaufbau nach den Flutschäden zwingend sei. Sonst würden die Reisenden und Pendler zu lange vom Zug entwöhnt.

Die Deutsche Bahn hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass sie erst im Sommer 2023 damit rechnet, dass die ganze Eifelstrecke wieder von Zügen genutzt werden könne - und dann seien noch nicht alle Bahnübergänge und Anlagen wieder instandgesetzt. Weiter teilte sie mit, dass sie sich zu einer möglichen Elektrifizierung mit den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen abstimme. Es gehe dabei um die Abschnitte von Trier-Ehrang bis Nettersheim. Einen Planungsvertrag gebe es für den Abschnitt Hürth-Kalscheuren - Kall. Zum zweigleisigen Ausbau liefen derzeit noch Gespräche mit den beiden Bundesländern. Aktuell seien rund 85 Kilometer der Strecke zweigleisig.

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SWR