YouTuber Rezo kritisiert Trier-Saarburger Landrat Schartz (Foto: Screenshot: Youtube/Renzo)

Kritik an RWE-Nebeneinkünften

YouTuber Rezo knöpft sich Landrat Günther Schartz vor

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Der YouTuber Rezo hat ein neues Video veröffentlicht. Darin wirft er vielen Politikern Verstrickungen mit Energiekonzernen vor. Rezo kritisiert insbesondere den Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz (CDU).

"Zerstörung Teil 2: Klima-Katastrophe" ist der Titel des neuen Videos des Youtubers Rezo. Am Wochenende hatte er es veröffentlicht. Neben seiner Kritik an der Klimapolitik der Bundesregierung von SPD und CDU nimmt er auch große Energiekonzerne wie RWE ins Visier.

Rezo kritisiert Politiker, die auf "RWE-Payroll" stehen

Sein Vorwurf: Um zum Beispiel den Kohleausstieg zu verzögern, werde versucht, hochrangige Parteifunktionäre mit finanziell attraktiven Vorstands- oder Aufsichtsratsposten zu versorgen.

"Es sind echt viele Politiker auf der Payroll von RWE. Allein in Rheinland-Pfalz hat ein Drittel der Landräte im letzten Jahr Geld von Energiegroßkonzernen bekommen. Meistens RWE. Bei einem CDU-Politiker sogar fast 130.000 Euro."

Bei "dem CDU-Politiker, der nur für seine RWE-Nebentätigkeit 130.000 Euro im Jahr kassiert", meint Rezo Günther Schartz (CDU), Landrat des Kreises Trier-Saarburg. In dem Video wird eine Liste mit Schartz' Nebentätigkeiten eingeblendet und wie viel Geld er von welchen Unternehmen für diese Tätigkeit bekommen hat. Das Gehalt von RWE wird dort mit 129.000 Euro angeben.

YouTuber Rezo kritisiert Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz (Foto: Screenshot: Youtube/Renzo)
Rezo nennt Günther Schartz in dem Video zwar nicht, blendet aber eine Liste mit den Nebenverdiensten des CDU-Politikers ein. Screenshot: Youtube/Renzo

Einkommen aus Nebentätigkeiten übersteigt Gehalt als Landrat

Rezo kritisiert, dass Landrat Schartz sein Gehalt aus Steuergeld bekomme, welches bereits deutlich über dem eines durchschnittlichen Einkommens liege. Dafür dürfe man erwarten, dass der Politiker auch im Sinne der Menschen handelt, führt der YouTuber weiter aus.

"Seine (Günther Schartz) Haupteinnahmequelle war faktisch RWE. Und was er dafür im Gegenzug getan hat, weiß letztlich nur er selbst. Aber seine Gegenleistung scheint einen sehr hohen finanziellen Wert für RWE gehabt zu haben."

Landrat hat Nebentätigkeit bei RWE beendet

Günther Schartz hat auf Anfrage des SWR in einer Stellungnahme reagiert. Wie bereits angekündigt, werde er aus dem RWE-Aufsichtsrat ausscheiden. Zudem wolle er Geld aus seinen Nebeneinkünften u.a. an Flutopfer spenden, teilte sein Sprecher mit. Das Thema sei für ihn damit erledigt.

160.000 Euro an Nebeneinkünften

Landrat Schartz hatte im April im Kreistag offengelegt, dass er im vergangenen Jahr mehr als 160.000 Euro an Nebeneinkünften bekam. Ein Großteil davon erhielt er vom Energieversorger RWE. Schartz ist seit 2016 Mitglied im Aufsichtsrat des Energieversorgers. Zusätzlich ist er noch Mitglied des Strategieausschusses von RWE. Für diese Tätigkeiten erhielt er im vergangenen Jahr insgesamt 129.000 Euro.

Video schon mehr als zwei Millionen Aufrufe

Am Montagnachmittag hatten das Video von Rezo auf YouTube knapp zwei Millonen Menschen gesehen. Der Mann mit dem markanten blauen Haarschopf war 2019 einem breiten Publikum bekannt geworden. Kurz vor der Europawahl hatte er mit dem Video "Zerstörung der CDU" für große Aufmerksamkeit gesorgt. Vor zwei Wochen hat er ein Video veröffentlicht mit dem Titel "Zerstörung Teil 1: Inkompetenz."

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