Ein halbes Jahr nach der Flut können zumindest auf einem Teil der Eifelstrecke wieder Züge fahren. (Foto: SWR)

DB baut Eifelstrecke Stück für Stück wieder auf

Züge fahren nach der Flut wieder durch die Eifel

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Zerstörungen wie noch nie - nach der Flut im Juli. Die Eifelstrecke ist mit am stärksten beschädigt. Aber auf einem Abschnitt von Trier bis Auw können jetzt wieder Züge fahren.

Endlich wieder mit dem Zug aus der Eifel nach Trier fahren - das können Menschen ab dem 5. Februar auf einem Abschnitt der Bahnstrecke durch das Kylltal. Das verheerende Hochwasser der Kyll vor einem halben Jahr hatte die Strecke verwüstet.

Mitarbeiter der Bahn und der Bauindustrie haben Tag und Nacht gearbeitet, um die Strecke wiederherzustellen. Auf etwa 15 Kilometern wurden Gleise, Schwellen und Weichen gereinigt und auch wieder hergestellt. Drei Bahnbrücken und drei Stellwerke wurden repariert. So fahren ab Samstag zumindest zwischen Trier- Ehrang und Auw an der Kyll wieder Züge.

Feierliche Wiedereröffnung

Politiker aus Mainz, aber auch der Region Trier - und auch Verantwortliche aus dem Vorstand für Infrastruktur der Bahn sind am Freitag nach Trier gekommen. Es heißt, das sei ein guter Tag. DB Vorstand Ronald Pofalla sagt, er sei stolz auf die Mitarbeiter, weil jetzt wieder Züge fahren können.

Auf der Strecke liegt auch Kordel - selbst vom Hochwasser stark betroffen. Der Ortsbürgermeister spricht davon, dass mit der Zugverbindung ein Stück Normalität in den Ort zurückkehre. So könnten die Einwohner leichter zum Einkaufen nach Trier fahren. Denn die Flut hat im Ort viele Geschäfte kaputt gemacht. Auch für die Schüler geht es per Zug viel schneller als mit dem Bus.

Ein Regionalzug steht im Bahnhof von Kordel im Hochwasser. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Auf der Eifelstrecke hat das Hochwasser im Juli auch Züge beschädigt. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Ronald Pofalla aus dem Infrastruktur- Vorstand der Deutschen Bahn ist optimistisch, dass die Eifelstrecke auch in den nächsten Jahren elektrifiziert werden kann. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Probefahrt auf der Eifelstrecke ein halbes Jahr nach der Flut: Vertreter der Deutschen Bahn, Politiker und Presse starten am Trierer Hauptbahnhof. Bild in Detailansicht öffnen
In der Nähe von Kordel sieht man, dass an der Eifelstrecke nach der Flut noch viel repariert werden muss. Bild in Detailansicht öffnen
Südlich von Gerolstein ist eine Brücke über der Kyll zerstört. Alexander Schweitzer Bild in Detailansicht öffnen
Ein halbes Jahr nach der Flut können zumindest auf einem Teil der Eifelstrecke wieder Züge fahren. Bild in Detailansicht öffnen

Erste Fahrt auf der Eifelstrecke

Draußen - auf Gleis zehn wartet der erste Zug, der nach einem halben Jahr wieder Passagiere auf der Eifelstrecke befördert. Fast vorsichtig setzt sich der rote Zug in Bewegung und rumpelt langsam über die Gleise. Der rheinland-pfälzischen Ministerin für Klimaschutz, Katrin Eder (Grüne) ist es wichtig, dass jetzt auch daran gedacht wird, die Strecke zu elektrifizieren. Denn das sei für den Klimaschutz wichtig.

Ronald Pofallla zeigt sich in dieser Hinsicht sehr optimistisch. Die Verhandlungen dazu liefen. Er könne sich sogar vorstellen, dass in fünf Jahren die Strecke auch mit E-Loks befahren werden kann.

Wiederaufbau: Abschnitt für Abschnitt

Ein weiteres Ziel sei, die Strecke weitgehend zweigleisig auszustatten. Das dürfte aber länger dauern, als die Elektrifizierung. Jetzt geht es aber erst einmal darum, die Strecke mit der Sanierung nach der Flut wieder in den Ur-Zustand zu versetzen.

"Unser Ziel ist, die gesamte Strecke wieder bis Ende 2023 in Betrieb zu nehmen."

Im Frühjahr 2022 will die DB nach eigenen Angaben die Strecke bis Kyllburg auf Vordermann bringen. Im Sommer folgt der Abschnitt nach Gerolstein, anschließend die Strecke nach Nettersheim. Zwischen Ehrang und Nettersheim erneuere die Deutsche Bahn mehr als 20 von der Flut beschädigte Brücken und Stützbauwerke. Fast 30 Bahnübergänge müssten umfangreich instand gesetzt werden. Zudem werde im Abschnitt Gerolstein – Ehrang die Stellwerkstechnik ganz erneuert. Das Gleiche gelte für insgesamt rund 50 Kilometer Gleise und zehn Kilometer Bahndamm.

Stück für Stück müssten Gleise, Brücken und Stellwerke repariert werden. Das dauere. Aber auch da verbreitet Ronald Pofalla Hoffnung: Er gehe davon aus, dass die Menschen Ende 2023 wieder von Trier nach Köln fahren können.

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