Kaum noch als Bahnstrecke zu erkennen: Gleise der Eifelquerbahn bei Hohenfels (Quelle: Eifelquerbahn e.V.) (Foto: Eifelquerbahn e.V.)

Von Gerolstein nach Kaisersesch

So könnte die Eifelquerbahn reaktiviert werden

STAND
AUTOR/IN

Auf den Gleisen der Eifelquerbahn sollen bald wieder Züge fahren. Da sind sich alle Beteiligten einig. Viele Fragen sind aber noch offen.

Zugfahren schont die Umwelt und ist komfortabel Das Land Rheinland-Pfalz, die Kreise Vulkaneifel und Cochem-Zell und der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord haben daher im August 2020 beschlossen, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. Um herauszufinden, ob sich die Reaktivierung der Bahn wirtschaftlich lohnen würde.

Die Strecke der Eifel-Querbahn (Foto: SWR)
1991 wurde der Personennahverkehr auf der Eifelquerbahn eingestellt. 2012 auch der Güterverkehr. Bis 2012 gab es noch die Vulkan-Eifel-Bahn für Touristen.

Im Jahr 2000 war bereits der Streckenabschnitt zwischen Kaisersesch und Mayen-West wieder in Betrieb genommen worden. Wird jetzt auch der Rest der Eifelquerbahn reaktiviert, könnte man künftig von Gerolstein über Daun bis nach Andernach am Rhein fahren.

Der Abschnitt Hohenfels-Dockweiler der Eifelquerbahn. Bis 2012 fuhren Freizeitbahnen. (Foto: Eifelquerbahn e.V.)
Der Abschnitt Hohenfels-Dockweiler der Eifelquerbahn. Bis 2012 fuhren Freizeitbahnen. Eifelquerbahn e.V. Bild in Detailansicht öffnen
Der Abschnitt Laubach - Höchstberg. Für die Reaktivierung der Strecke kämpfen Eisenbahnfans seit Jahren. Eifelquerbahn e.V. Bild in Detailansicht öffnen
Die Teilstrecke Utzerath - Darscheid. Die Eifelquerbahn ist Teil der Eifeler Geschichte. Eifelquerbahn e.V. Bild in Detailansicht öffnen
Die Teilstrecke Ulmen - Berenbach. Schon 2015 hieß es, es solle geprüft werden, ob sich ein regelmäßiger Taktverkehr auf der stillgelegten Bahnstrecke lohne. Eifelquerbahn e.V. Bild in Detailansicht öffnen
Der Abschnitt Ulmen - Berenbach als Luftbild. Eifelquerbahn e.V. Bild in Detailansicht öffnen
Der Abschnitt Hoechstberg - Ulmen. Die Deutsche Bahn gab den Verkehr schon vor Jahrzehnten auf. Eifelquerbahn e.V. Bild in Detailansicht öffnen
Der Abschnitt Hoechstberg - Ulmen - aus der Luft. Eifelquerbahn e.V. Bild in Detailansicht öffnen
Der Abschnitt Kaisersesch - Laubach. Zeitweise war sogar angedacht, auf der Strecke einen Radweg zu bauen. Eifelquerbahn e.V. Bild in Detailansicht öffnen

Verwirrung beim Interessenverein Eifelquerbahn

Die Projektpartner waren in ihrem Beschluss davon ausgegangen, dass die Besitzerin der Strecke, die DB Netz AG, die Eifelquerbahn betreiben wird. Darum hatte es zunächst Aufregung gegeben: Der Interessenverein für die Eifelquerbahn hatte bei der Deutschen Bahn dazu nachgefragt und die Antwort erhalten, die DB Netz AG habe kein Interesse an einer Reaktivierung. Die zuständigen Teamleiter hätten dem Verein mitgeteilt, dass man die Strecke abgeben wolle.

Die stillgelegte Eifelquerbahn-Strecke in der Nähe von Höchstberg (Quelle: Eifelquerbahn e.V.) (Foto: Eifelquerbahn e.V.)
Die stillgelegte Eifelquerbahn-Strecke in der Nähe von Höchstberg (Quelle: Eifelquerbahn e.V.) Eifelquerbahn e.V.

Vertrag mit DB Netz AG

Doch jetzt kam die gute Nachricht: Der rheinland-pfälzische Verkehrsstaatssekretär Andy Becht (FDP) teilte mit, dass das Verkehrsministerium einen Vertrag zur Trassensicherung mit der DB Netz AG schließen wird. Das heißt: Unabhängig davon, wer die Strecke später betreiben wird, wird zunächst der Erhalt als Eisenbahnstrecke gesichert. So wird verhindert, dass die Strecke beispielsweise zu einem Radweg umgewidmet werden kann. Laut Verkehrsministerium ist das ein erster Schritt zur Reaktivierung der Eifelquerbahn. Ein Anreiz könnte hier auch die Finanzierung gewesen sein. Denn durch ein neues Bundesgesetz könnte die Reaktivierung zu einem großen Teil gefördert werden. Wenn sie sich denn wirtschaftlich lohnt. Die Studie dazu wird derzeit erstellt.

Kaum noch als Bahnstrecke zu erkennen: Die Gleise der Eifelquerbahn zwischen Daun und Darscheid (Foto: Eifelquerbahn e.V.)
Kaum noch als Bahnstrecke zu erkennen: Die Gleise der Eifelquerbahn zwischen Daun und Darscheid (Quelle: Eifelquerbahn e.V.) Eifelquerbahn e.V.

In drei Schritten zur Machbarkeitsstudie

Ein Vertreter des zuständigen Zweckverbandes sagte dem SWR, es sei bereits ein möglicher Fahrplan erstellt worden. Den braucht es als Grundlage, um weitere Fragen der Planung zu beantworten: Wann muss der Zug wo halten und wie bekommen die Fahrgäste dann ihre Anschlusszüge? Wo sind welche Geschwindigkeiten erlaubt, um im Fahrplan zu bleiben? Wo müssen Signale, Bahnsteige und andere Teile der Infrastruktur errichtet werden? Mit der Beantwortung dieser Fragen können jetzt in einem nächsten Schritt die groben Kosten des Projekts geschätzt werden. An diesem Punkt befindet sich die Studie gerade.

Der wichtigste Schritt, um festzustellen, ob sich die Reaktivierung lohnt, ist die Nutzen-Kosten-Untersuchung. Also, ob die Eifelquerbahn den Menschen so viele Vorteile verschafft, dass sich das hineingesteckte Geld auch lohnt. Dazu muss in Deutschland für Projekte des öffentlichen Personennahverkehrs das Verfahren der sogenannten „Standardisierten Bewertung“ herangezogen werden.

Eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums sagte dem SWR, bei den derzeit dort vorgegebenen Kriterien verliere die Schiene noch gegen die Straße. Demnach lohne sich der Einsatz einer Buslinie immer mehr als der einer Schienenstrecke. Deshalb wolle man auf neue Kriterien warten, die derzeit erarbeitet würden und Aspekte wie CO2-Ausstoß und Reisekomfort des Zugfahrens berücksichtigen. Deshalb könnte es noch bis 2022 dauern, bis belastbare Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Eifelquerbahn vorliegen.

Eifelquerbahn: Die stillgelegte Bahnstrecke bei Darscheid (Quelle: Eifelquerbahn e.V.) (Foto: Eifelquerbahn e.V.)
Die stillgelegte Bahnstrecke bei Darscheid (Quelle: Eifelquerbahn e.V.) Eifelquerbahn e.V.

Studie zu möglicher Verbindung Trend "Nachtzug": Aus Baden-Württemberg mit der Bahn nach Barcelona?

Am Mittwoch wurde eine Machbarkeitsstudie zu einem Nachtzug zwischen Frankfurt und Barcelona vorgestellt. Einige Haltestellen gäbe es dann auch in Baden-Württemberg.  mehr...

STAND
AUTOR/IN