Sonnenblumen, die Wasser benötigen (Foto: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm)

Klimazukunft für Eifel, Mosel und Hunsrück

So verändert der Klimawandel die Region Trier

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Sebastian Grauer
Foto von Sebastian Gauer, Redakteur bei SWR Aktuell im Regionalbüro Traben-Trarbach (Foto: SWR)

Wie wird sich der Klimawandel in der Region Trier auswirken? Dazu hat das Umweltministerium ein Szenario veröffentlicht. Die Daten zeigen, wie heiß es bis 2100 werden kann.

Anhand von gesammelten Daten aus der Vergangenheit hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die Region Trier eine Projektion für die Zukunft erstellt. Dabei werden zwei Szenarien durchgespielt: Wie entwickelt sich das Wetter in der Region mit Klimaschutz und wie ohne Maßnahmen zum Klimaschutz.

Wir haben uns angeschaut, was das für den Weinbau, den Ackerbau sowie die Forstwirtschaft in Hunsrück, Eifel und an der Mosel bedeuten könnte.

So stark könnte das Klima sich verändern

Auswirkungen auf den Weinbau

Auswirkungen auf den Ackerbau

Auswirkungen auf die Forstwirtschaft

So stark könnte das Klima sich verändern

Nach Angaben des Umweltministeriums, dass die Daten des DWD veröffentlicht hat, lag die Durchschnittstemperatur von 1991-2020 bei 9,7 Grad. Alleine in den letzten 20 Jahren ist die Durchschnittstemperatur dabei um 0,8 Grad gestiegen.

Bis 2100 prognostizieren die Experten einen Temperaturanstieg von bis zu 4,5 Grad, sollten keine Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden. Würden starke Klimaschutzmaßnahmen ergriffen, wären es nach Angaben des Ministeriums weniger als ein Grad.

Laut Statistik würde es zudem im schlimmsten Fall im Jahr 2100 im Hunsrück, der Eifel und an der Mosel 50 bis 60 Tage "heiße Tage" geben. Das sind Tage, an denen die Temperaturen bei über 30 Grad liegen. Die Daten im Vergleich zeigen, dass das im Zeitraum von 1991 bis 2020 sieben bis elf Tage waren - also deutlich weniger.

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Die Experten prognostizieren jedoch nicht nur steigende Temperaturen und mehr "heiße Tage" bei "keinem Klimaschutz", sondern auch einen Rückgang der Regenmenge um bis zu 20 Prozent in den kommenden 80 Jahren. Besonders gravierend: Der Regen könnte in der Zeit weniger werden, in der Reben und Bäume das Wasser dringend benötigen, um zu wachsen. Auch hier könnte nach Angaben der Experten "starker Klimaschutz" die Probleme abmildern.

Auswirkungen auf den Weinbau

Ein Temperaturanstieg, mehr "heiße Tage" sowie weniger Regen könnten beispielsweise im Moseltal den Weinbau beeinträchtigen.

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Bei Temperaturen über 35 Grad verändere sich die Qualität der Trauben. Die Most- und Weininhaltsstoffe veränderten ihre Anteile, der Alkoholgehalt würde steigen und die Säurewerte sinken, so die Experten des Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen beim Umweltministerium. Dementsprechend erwarten sie, dass sich in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts der Charakter der Weine aufgrund der stetig steigenden Temperaturen verändern wird.

Auswirkungen auf den Ackerbau

Ein Temperaturanstieg, mehr "heiße Tage" sowie weniger Regen könnten beispielsweise den Ackerbau in der Eifel erschweren.

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Auswirkungen auf die Forstwirtschaft

Ein Temperaturanstieg, mehr "heiße Tage" sowie weniger Regen könnten beispielsweise die Wald- und Forstwirtschaft im Hunsrück verändern.

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Nach Angaben des Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen würden weiter steigende Temperaturen die Verbreitung des Borkenkäfers noch mal beschleunigen. Dies würde insbesondere den Fichtenwäldern stark zusetzen. Das Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald rechnet aufgrund des starken Borkenkäferbefalls der Bäume damit, dass in den kommenden Jahren zunehmend Bäume im Wald absterben werden.

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