Erheblicher Sanierungsstau

Wasserversorgung Region Trier: Warum der Bau neuer Leitungen viele Millionen kostet

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Von Autor/in Maximilian Storr

In vielen Regionen sind Wasserleitungen und Kanäle marode. Das Netz muss für viel Geld erneuert werden. Wie herausfordernd das ist, sieht man auf einer Baustelle in Idar-Oberstein.

Baustellenbesuch in der Tiefensteiner Straße in Idar-Oberstein. Tiefbauunternehmer Marko Schwarz blickt in eine Grube, in der seine Mitarbeiter gerade einen neuen Schacht bauen. Neben der Grube liegen die neuen Leitungsrohre, die in Zukunft an den Schacht angeschlossen werden sollen.

Was für viele Menschen später vor allem auffällig sein wird: Der Asphalt wird neu sein, die Straße keine Schlaglöcher mehr haben. "Aber 70 Prozent der Arbeiten spielen sich in der Erde ab. Das nehmen viele Bürger gar nicht so wahr", sagt Schwarz.

Marko Schwarz ist Tiefbauunternehmer und arbeitet im Auftrag der Kommunen im Hunsrück. Er kennt sich mit den Wasser- und Abwasserleitungen der Region aus und sagt: "Viele Leitungssystem müssen dringend erneuert werden."
Marko Schwarz ist Tiefbauunternehmer und arbeitet im Auftrag der Kommunen im Hunsrück. Er kennt sich mit den Wasser- und Abwasserleitungen der Region aus und sagt: "Viele Leitungssysteme müssen dringend erneuert werden."

Wasserversorger melden 800 Milliarden Investitionsstau

Denn nicht nur die Straßen, sondern auch die Wasserleitungen und Kanäle müssten dringend erneuert werden, so Schwarz. Und zwar nicht nur in Idar-Oberstein, sondern praktisch im ganzen Land.

Das legt ein Gutachten des Verbandes kommunaler Unternehmen nahe. In den kommenden 20 Jahren müssten in Deutschland demnach etwa 800 Milliarden Euro in die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung investiert werden.

Hohe Kosten in der Region Trier

Auch in der Region Trier ist die Situation herausfordernd, wie einige Wasserversorger dem SWR auf Anfrage mitteilen. Die Verbandsgemeinde Thalfang berichtet zum Beispiel von einem "erheblichen Sanierungsbedarf". Laut einem Gutachten müssten dort 100 Millionen Euro in das Leitungsnetz investiert werden.

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Die Stadt Trier sieht zwar keinen großen Investitionsstau, die Stadtwerke haben nach eigenen Angaben aber in den vergangenen fünf Jahren bereits über 60 Millionen Euro für die Wasserversorgung ausgegeben. Es müssten jährlich etwa 13 Millionen Euro investiert werden.

Hohe Baukosten für Sanierungen

Marko Schwarz kann das bestätigen. In den vergangenen Jahre seien die Leitungen an vielen Orten nur notdürftig geflickt worden. Das hängt auch mit den Kosten zusammen, sagt er.

In der Tiefensteiner Straße werden etwa 500 Meter Wasser- und Abwasserleitungen erneuert, dazu neue Anschlüsse an 25 Häuser verlegt. Die Kosten liegen bei etwa 2,4 Millionen Euro und die Bauzeit für das komplexe Gesamtprojekt liegt bei etwa anderthalb Jahren.

Wasser- und Abwasserleitungen müssen in vielen Orten in Rheinland-Pfalz dringend erneuert werden. Auch in Idar-Oberstein.
In der Tiefensteiner Straße in Idar-Oberstein wird gerade ein Schacht gebaut. In Zukunft sollen dort die neuen Wasser- und Abwasserleitungen angeschlossen werden.

Leitungen teilweise über 100 Jahre alt

Dabei sind die Leitungen in kleineren Städten und Verbandsgemeinden schon mehrere hundert Kilometer lang. Teilweise sind sie bereits mehr als 100 Jahre alt.

Das birgt auch Gefahren. Etwa Rohrbrüche und Verunreinigungen oder abgesenkte Straßen, weil Kanäle kaputt gehen.

Hoffnung auf Sondervermögen

Die Hoffnungen ruhen nach Angaben des Verbandes kommunaler Unternehmen deshalb auch auf dem Sondervermögen, auf das sich der Bundestag geeinigt hat.

500 Milliarden Euro sollen in den kommenden zehn Jahren in neue Straßen, Brücken und Schienen gesteckt werden. Und laut Verband im besten Fall auch in neue Wasserleitungen und Kanäle fließen.

Darauf hofft auch Unternehmer Marko Schwarz. "Ich denke, dass durch das Sondervermögen mehr investiert werden kann", sagt er.

Es sei aber wichtig, dass die Kommunen vor Ort selbst entscheiden dürfen, wo sie das Geld einsetzen. "Wenn das über Fördergelder diktiert wird, ist das falsch", sagt Schwarz, denn "die Werke vor Ort wissen am besten, wo es gerade brennt.“

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