Tierheilpraktiker aus Morbach bringt Futter für Zootiere in die Ukraine (Foto: privat / Christian Ergenzinger)

Mit dem 40-Tonner in die Ukraine

Ein Tierheilpraktiker aus Morbach hilft Zootieren in der Ukraine

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Christian Ergenzinger aus Morbach will Zootieren in der Ukraine helfen. Gerade organisiert er den dritten Hilfstransport mit Futter, frischem Obst und Medikamenten.

Der Anfang ist gemacht - für den nächsten Hilfstransport in die Zoos der Ukraine. Große Säcke mit Tierfutter, Medikamenten und Decken haben die Menschen gebracht, die von der Aktion gehört haben. Sie heißt: Futtermittelbrücke Morbach - Ukraine. Zweimal ist der Tierheilpraktiker schon in der Ukraine gewesen. Mit einem 40 Tonner Lkw. Der dritte Transport soll Mitte Juni starten.

Tierheilpraktiker aus Morbach bringt Futter für Zootiere in die Ukraine. (Foto: privat / Christian Ergenzinger)
Auch die Schildkröten freuen sich über das Obst. privat / Christian Ergenzinger

An die Zoo-Tiere in der Ukraine denkt keiner

Als Christian Ergenzinger die Bilder des Krieges in der Ukraine im Fernsehen sah, kam ihm die Idee, zu helfen. Als Tierheilpraktiker muss er vielen Tierbesitzern, deren Tiere vor der Raketen-Knallerei an Silvester Angst haben, etwas Beruhigendes verschreiben. "Für die Zootiere, die nicht fliehen können, sind die Raketen und die Einschüsse in der Ukraine sehr belastend", sagt Christian Ergenzinger.

Futterspenden für die Zoo-Tiere in der Ukraine

Als er dann mit den Leitern der zwölf staatlichen Zoos in der Ukraine telefonierte und auch noch von der Futtermittelknappheit erfuhr, war sein Plan gemacht. Am nächsten Tag telefonierte er fast pausenlos, um an Futterspenden, einen Lkw und andere Unterstützung zu kommen.

"Vier Tage vor der nächsten Tour war noch kein Lkw da."

Geklappt hat es schließlich aber doch. Am Tag, als der 40-Tonner in Richtung Ukraine startete, waren unzählige Helferinnen und Helfer da, die alles eingepackt und verladen haben.

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Große Solidarität seit Beginn des Ukraine-Krieges

Es waren Menschen von der Tierhilfe Rhein-Mosel e.V., aber auch viele Morbacher und Nachbarn des Tierheilpraktikers. Von der großen Hilfs- und Spendenbereitschaft kann Christian Ergenzinger inzwischen einige ungewöhnliche Geschichten erzählen.

So auch von einer Frau, die bei einem Obstbauern in der Region Trier kistenweise Äpfel für die Zootiere gekauft hat. Zuviele, wie sich herausstellte. Die Kisten passten nicht in ihr Auto. Schließlich hat der Obstbauer die Ladung selbst nach Morbach transportiert.

"Ich sorge persönlich dafür, dass jedes Gramm Futter im Mäulchen oder im Magen der Tiere landet."

Mit dem Lkw 1.700 Kilometer in die Ukraine

Jeden Transport in die Ukraine hat Christian Ergenzinger bisher begleitet. "So eine gute Woche bin ich da schon unterwegs", sagt er. Die Fahrt ist lang - die Wartezeit vor der ukrainischen Grenze meist auch. In Polen wird der Transport in einen ukrainischen Lkw umgeladen und dann geht es weiter.

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Auch verlassene Haustiere werden aufgenommen

In den Zoos werde man sehr freudig empfangen. Neben den Zootieren sind dort vielfach auch Katzen und Hunde untergebracht. Menschen, die geflüchtet sind und sie nicht mitnehmen konnten, haben sie abgegeben.

Je nachdem, wie nah das Kriegsgeschehen an den jeweiligen Zoo rückt, werden die Einrichtungen geschlossen. Die Tiere werden dann - wenn möglich - in andere Zoos transportiert. Das alles sei schwierig, weil oft auch die Transportmöglichkeiten nicht vorhanden sind.

Tierheilpraktiker aus Morbach bringt Futter für Zootiere in die Ukraine (Foto: privat / Christian Ergenzinger)
Obst, Gemüse und Nüsse werden von den Tieren immer wieder gern genommen. privat / Christian Ergenzinger

Angst vor Angriffen blendet der Tierheilpraktiker aus

"Mir ist es wichtig, die ganzen Spenden auch wirklich dahin zu bringen, wo sie benötigt werden", sagt Christian Ergenzinger. Also die Lieferung an der Grenze zur Ukraine abzugeben, das kommt für ihn nicht in Frage.

"Für Tiere tue ich alles."

Auch das Gespräch mit den Mitarbeitern der Zoos vor Ort ist wichtig. So erfahre man, was beim nächsten Transport am dringendsten benötigt wird, sagt der Tierheilpraktiker. Dass er sich dabei selbst auch in gefährliche Situationen bringen kann und auch schon Brenzliges erlebt hat, klammert er aus. Darüber wolle er nicht sprechen.

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Und wie viele Hilfstransporte will er mit Hilfe seiner zahlreichen Unterstützer und Helfer noch organisieren? Er mache das so lange, bis der Krieg in der Ukraine aufhöre - vielleicht noch ein bisschen länger. Damit alle Tiere dort versorgt seien.

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