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Medizinische Schutzausrüstung ist derzeit sehr gefragt und schwer zu bekommen. Eine Firma aus der Eifel und die Hochschule Trier hatten eine zündende Idee, um das Problem zu lösen.

In einem Firmengebäude der Firma "elm-plastic" in Dudeldorf in der Eifel rattert eine Maschine. Mit ihr können im Spritzgussverfahren pro Stunde etwa 2.000 Halterungen für Gesichtsschutzschilde gefertigt werden.

Das Unternehmen stellt Medizinprodukte her - zum Beispiel Dosierpipetten. Jetzt, in Corona-Zeiten hat das Unternehmen sein Sortiment erweitert.

Gussform selbst hergestellt

Diese spezielle Gussform für die Bügel des Gesichtsschutzes, hat die Firma selbst entwickelt. Die Mitarbeiter ergänzen dann noch die Teile bis zum fertigen Gesichtsschutz, der auch Face – Shield genannt wird.

Ein Zufalls-Produkt

Dass "elm- plastic" jetzt zu einem wichtigen Lieferanten in der Corona Krise wurde, das sei eher ein Zufall gewesen, erzählt Geschäftsführer Sascha Möhs:

"Meine Nachbarin hat mich auf einen Zeitungsbericht aufmerksam gemacht. Die FH Trier suchte jemand, der sie beim Herstellen von Face-Shields unterstützen kann. Dann habe ich Kontakt aufgenommen und schon einen Tag später haben wir das Projekt gestartet".

Dudeldorf Produktion von Schutzschildern- Männer halten Teile davon in den Händen (Foto: SWR)
Die Dudeldorfer Firma und die FH Trier sind stolz auf ihren Gesichtsschutzschild.

Das sei vor gut zwei Wochen gewesen. Am Dienstag wurden dann in Dudeldorf die ersten Muster hergestellt. Mit dabei: Michael Hoffmann , Dozent an der Hochschule Trier im Fachbereich Technik, der die Muster ganz genau begutachtet.

Prototyp im 3D-Druckverfahren

Mit der Frage, ob die Wissenschaftler an der Hochschule Trier spezielle Gesichtsschutzschilde im 3D-Verfahren drucken könnten, hatte sich vor einigen Wochen ein Trierer Krankenhaus an ihn gewandt. Da habe er schnell reagiert:

"Wir haben uns freien Entwurf aus Internet runtergeladen, den noch optimiert und dann schnell einen Prototypen hergestellt. Der ist dann in Klinik erprobt und freigegeben worden und so haben wir begonnen, die ersten 100 Stück zu produzieren - in 3D-Druck."

Dudeldorf Produktion von Schutzschildern (Foto: SWR)
Das Produkt "Made in Eifel" besteht aus mehreren Einzelteilen.

Gefragtes Produkt

Doch das Verfahren dauere lange. Um zehn Gesichtsschutzschilde zu produzieren, brauche man etwa eineinhalb Tage. Mit der Maschine bei "elm-plastic" schaffe man 2.000 Stück am Tag. Ein klarer Vorteil: Denn die Nachfrage sei groß. Zahnärzte, das Rote Kreuz und auch Schulen hätten bereits angefragt.

Serienproduktion nicht ausgeschlossen

"elm-plastic" wolle jetzt erst einmal ein paar tausend Masken kostenlos produzieren, sagt Sascha Möhs.

"Wir geben die Masken jetzt an verschiedene Stellen raus und warten das Feedback ab. Auf lange Sicht sei allerdings nicht ausgeschlossen, diese Schilde auch in Serie zu produzieren."

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