Fußballtraining TuS Issel (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Weg vom Klischeedenken

So macht der TuS Issel den Frauenfußball in der Region Trier groß

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Andrea Meisberger
Andrea Meisberger: Multimediale Reporterin SWR Studio Trier (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Fußball ist ein Männersport? Ein Klischee, mit dem der TuS Issel ganz klar aufräumt. Dort liegt der Fokus auf dem Mädchen- und Frauenfußball - und das mit Erfolg!

Es ist 19:30 Uhr. Die 28 Spielerinnen der 1. Damenmannschaft des TuS Issel treffen sich auf dem Kunstrasenplatz in Schweich (Kreis Trier-Saarburg) zum Auftakttraining. Sprints, ein Testspiel und Training mit dem Ball stehen auf dem Plan des Trainerteams für diesen Abend.

Der Frauenfußball spielt in dem Verein eine wichtige Rolle. In anderen Vereinen und Clubs in der Region Trier sei das deutlich anders, sagt Issel-Spielerin Lena Ehlenz. Da stünden meist die Jungs und Männer im Vordergrund und die Mädchen und Frauen würden hinten runterfallen.

"Für ein Mädchen ist es ein großer Vorteil, wenn es einen Verein gibt, der sie so unterstützt. Es ist eine Ehre, dass man die Frauen so in der Umgebung vertreten kann."

Frauen-Fußballmannschaft aus dem Schweicher Stadtteil Issel (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
Die erste Damenmannschaft des TuS Issel spielt seit mehreren Jahren in der Regionalliga. Noch besteht der Kader aus 28 Spielerinnen. Bis zur Saison wechseln davon noch 8 Spielerinnen in die zweite Mannschaft, die in der Bezirksliga spielt. Das Ziel des Regionalligisten ist mittelfristig der Aufstieg in die 2. Liga. Andrea Meisberger

B-Juniorinnen spielen in der Bundesliga

Seit 30 Jahren widmet sich der Verein hauptsächlich dem Mädchen- und Frauenfußball. Natürlich gibt es auch zwei Herrenmannschaften. Die spielen in der D- und C-Klasse. Die B-Juniorinnen hingegen spielen das dritte Jahr in Folge in der Bundesliga. Die 1. Damenmannschaft hält sich seit mehreren Jahren in der Regionalliga.

Grund für den Erfolg im Frauenfußball sei zum einen die Jugendarbeit, sagt der Abteilungsleiter für Mädchen- und Frauenfußball, Josef Regneri. Zum anderen sei es aber auch die Regionalität. Die Spielerinnen kämen alle aus dem näheren Umfeld wie dem Hunsrück, dem Grenzgebiet zum Saarland oder aus Luxemburg.

"Wir sind ein Verein, der sehr viel Wert auf eine familiäre Atmosphäre legt. Wir schauen nicht über den Tellerrand hinaus und fahren nach Ludwigshafen oder Andernach, um Spielerinnen abzuwerben."

TuS Issel hat einige Profi-Fußballerinnen hervorgebracht

Dass Fußballerinnen auch Profi werden können, hat der TuS Issel auch schon gezeigt. Karoline Kohr spielte beispielsweise vier Jahre lang bei der TuS, bevor sie dann zum 1. FC Köln und schließlich nach Luxemburg wechselte. Auch die ehemalige Nationalspielerin Josephine Hennings machte ihre ersten Schritte im Fußball beim TuS Issel.

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Isseler Spielerinnen träumen von Profi-Fußballkarriere

Dass der Weg zur Profi-Fußballerin ein weiter Weg ist, das ist den Spielerinnen des TuS Issel klar. Besonders schwierig sei, dass es kaum Scouts gebe, die nach Issel kommen, um die Mädchen und Frauen zu sichten, sagt Spielerin Hanna Müller. Das sei für Spielerinnen, die direkt in größeren Vereinen spielten, deutlich leichter.

Frauen-Fußballmannschaft aus dem Schweicher Stadtteil Issel (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
Maja Zimmer, Hannah Müller und Lena Ehlenz (v.l.n.r.) haben in der letzten Saison noch bei den B-Juniorinnen des TuS Issel in der Bundesliga gespielt. Nun sind die in die erste Mannschaft gewechselt. Andrea Meisberger

Sollte ein Angebot aus einem der Bundesliga-Vereine kommen, wollen die Spielerinnen die Chance nutzen. Da sind sie sich einig.

"Wenn man schon solche Erfahrungen machen könnte, dann ist das etwas, was man gerne erleben möchte. Mal mit bekannten Spielerinnen zusammen zu spielen."

Abteilungsleiter Josef Regneri sieht da kein Problem. Den Mädchen und Frauen werde jede Tür geöffnet, wenn sich für sie die Möglichkeit ergebe, national oder international Fuß zu fassen.

Bedingungen im Frauenfußball verbesserungswürdig

Dass der TuS Issel der einzige Verein in der Region Trier ist, der den Fokus so stark auf den Frauenfußball legt, wundert Regneri nicht. Die Bedingungen für Vereine, Frauenfußballmannschaften aufzubauen, seien nicht gut. Denn häufig fehle das Geld. Zudem sei es sehr schwierig Sponsoren zu finden.

"Wir haben Probleme, die laufenden Kosten gedeckt zu bekommen."

Da müsste es seiner Ansicht nach deutlich mehr Unterstützung auch seitens des Verbandes und des Deutschen Fußball-Bundes geben.

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