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Viele werteten es als Wahlkampfmanöver von US-Präsident Trump - den Abzug eines großen Teils von US-Soldaten aus Deutschland. Doch kurz vor der Wahl in den USA hat sich immer noch nichts getan.

Auch Rheinland-Pfalz ist von den Abzugsplänen betroffen. Ein Geschwader mit etwa zwanzig F16-Kampfjets soll samt Besatzung, Mechanikern und Unterstützungskräften vom Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem in der Eifel nach Italien verlegt werden. 

Die Kommandozentrale für die US-Streitkräfte in Europa (Eucom) in Stuttgart teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, dass die Vorbereitung noch Zeit brauche. "Die Planung erfolgt auf den höchsten Ebenen und berücksichtigt zahlreiche Überlegungen", hieß es. Die Soldaten würden über die Planungen auf dem Laufenden gehalten. Derzeit könne man aber nicht über Zeitpläne spekulieren.

Bundesregierung hat keine Kenntnis über konkrete Befehle

Auch der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Peter Beyer (CDU), bestätigte, dass der Abmarsch noch nicht begonnen hat. "Die US-Army in Deutschland hat nach meiner Kenntnis bisher noch keine konkreten Befehle bezüglich der detaillierten Umsetzung der Truppenreduzierung erhalten", sagte er.

Ursprünglich war erwartet worden, dass zumindest die ersten Soldaten noch vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November abgezogen werden. Trump hatte den Abzug eines großen Teils der rund 36.000 US-Soldaten in Deutschland am 15. Juni angekündigt und ihn mit den aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet. Sechs Wochen später stellte Trumps Verteidigungsminister Mark Esper die Details des Truppenabzugs vor und machte dabei klar, dass die Pläne "so schnell wie möglich" umgesetzt werden sollen. Die ersten Soldaten könnten "innerhalb von Wochen" das Land verlassen.

Ein Drittel der US-Soldaten in Deutschland soll abziehen

Daraus sind nun schon Monate geworden. Insgesamt sollen etwa 12.000 der 36.000 in Deutschland stationierten Soldaten abgezogen werden. Gut die Hälfte soll in die USA zurückgeholt werden, 5.600 in andere Nato-Länder verlegt werden. Drei Standorte trifft es besonders hart: neben Spangdahlem in Rheinland-Pfalz sind dies die beiden Kommandozentralen für die US-Truppen in Stuttgart und den bayerischen US-Standort am Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz.

Auch in Berlin hatte man fest damit gerechnet, dass die ersten Schritte des Truppenabzugs vor der Wahl erfolgen. Allerdings wurde die Bundesregierung von Anfang an von den US-Verbündeten in die Planungen kaum einbezogen. Auf eine parlamentarische Anfrage des Linken-Abgeordneten Alexander Neu, ob sie Kenntnis von bereits erfolgten oder in den nächsten Monaten geplanten Truppenverlegungen habe, antwortete sie in der vergangenen Woche nur mit dem knappen Satz: "Der Bundesregierung liegen keine entsprechende Erkenntnisse vor."

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