Die Riveristalsperre ist komplett von Wald umgeben (Foto: SWR)

Riveristalsperre weiter gut gefüllt

Trotz Hitze und Trockenheit: Genug Trinkwasser für Trier

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AUTOR/IN
Nicole Mertes
Foto von Nicole Mertes, Redakteurin bei SWR Aktuell im Studio Trier (Foto: SWR)

Seit 1958 sichert die Riveristalsperre die Trinkwasserversorgung der Stadt Trier. Trotz der Trockenheit in diesem Jahr ist das Trinkwasserreservoir ausreichend gefüllt.

Die Riveristalsperre ist ein idyllischer Ort. Sie ist umgeben von Wald. Am Morgen ist die Luft schön frisch. Der Wasserspiegel der Talsperre ist glatt wie ein Spiegel. Rund um die Talsperre führt ein Wanderweg.

Ein Damm führt an der Spitze der Talsperre zur Talsperrenwarte. Sofort fällt ins Auge - der Wasserspiegel ist gerade ziemlich niedrig, weit davon entfernt, das Überlaufgitter zu erreichen. Die drei gelben Messlatten des Wasserstandes am Ufer stehen im Trockenen.

"Der Talsperrenstand ist für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich."

Im Sommer ist der Wasserstand der Riveristalsperre meist eher niedrig (Foto: SWR)
Im Sommer ist der Wasserstand der Riveristalsperre meist eher niedrig.

Pegel an der Riveristalsperre fällt

4,6 Millionen Kubikmeter Wasser kann die Riveristalsperre fassen, erklärt Christian Girndt, der Abteilungsleiter der Wasserwerke Trier. Jedes Jahr fließen aus dem Fluss Riveris und dem Thielenbach etwa 9,8 Millionen Kubikmeter Wasser in die Talsperre.

Wenn es länger trocken ist, so wie diesen Sommer, fällt der Pegel natürlich. Aber das ist auch notwendig, damit die Talsperre noch Wasser aufnehmen kann, wenn es mal stärker regnet und mehr Wasser zufließt. Vergangenen Sommer nach der Flut im Juli, da war die Riveristalsperre gefüllt, sagt Christian Girndt.

"Sorgsamer Umgang mit Trinkwasser ist immer geboten."

Christian Girndt, Abteilungsleiter der Wasserwerke Trier und Adrian Zick, Wart der Riveristalsperre (Foto: SWR)
Christian Girndt, Abteilungsleiter der Wasserwerke Trier und Adrian Zick, Wart der Riveristalsperre

Keine Gefahr für Trinkwasser in Trier

Obwohl es diesen Sommer schon so lange trocken ist, besteht keine Gefahr für das Trinkwasser, sagt Christian Girndt. 50 Kubikmeter Wasser laufen derzeit pro Stunde in die Riveristalsperre ein, 700 Kubikmeter Wasser werden pro Stunde für die Trinkwasserversorgung der Stadt Trier und der Verbandsgemeinde Ruwer entnommen.

Sorgen um die Wasserversorgung macht sich der Abteilungsleiter der Wasserwerke Trier trotzdem nicht. Wir müssen noch nicht dazu aufrufen, Wasser zu sparen, aber das setzt natürlich voraus, das alle sorgsam damit umgehen.

Der Weg des Wassers

Das Trinkwasser aus der Riveristalsperre wird im Wasserwerk Trier-Irsch aufbereitet. Von der Talsperre bis zum Wasserwerk sind es sechs Kilometer. Unterirdisch in der Talsperre liegt ein Entnahmearm, also ein etwa 20 Meter langes Rohr. An der Oberfläche erkennt man es nur durch einen kaum sichtbaren kleinen Wasserstrudel neben einer kleinen weißen Boje.

Das Rohr hat eine wasserhydraulische Steuerung, man kann es rauf und runterfahren. Man kann so variieren, aus welcher Tiefe man das Wasser aus der Talsperre entnimmt.

Der unterirdische Entnahmearm der Riveristalsperre ist an der Oberfläche als kleiner Strudel an einer Boje zu erkennen (Foto: SWR)
Der unterirdische Entnahmearm der Riveristalsperre ist an der Oberfläche als kleiner Strudel an einer Boje zu erkennen.

Auf dem Weg zum Wasserwerk wird Strom produziert

Von der Talsperre fließt das Wasser 1,6 Kilometer durch den Berg bis zu den Weinbergen in Sommerau. Von dort führt die Leitung unter der Ruwer hindurch, von Gutweiler nach Trier-Irsch. Die Talsperre liegt etwa 90 Meter höher als das Wasserwerk - so kann man Strom durch Wasserkraft erzeugen.

Bei durchschnittlich sechs Millionen Kubikmeter Wasser jährlich werden etwa eine Million Kilowattstunden Strom erzeugt. Damit kann man zwei Drittel des Strombedarfs für die Wasserversorgung in Trier decken.

"Die Wasserqualität der Riveristalsperre ist hervorragend. Aus dem Wald kommt das beste Wasser."

An der Oberfläche ist das Wasser lichtdurchflutet, hier können Algen wachsen. Am etwa 42 Meter tiefen Grund der Talsperre ist nicht so viel Sauerstoff im Wasser.

Zwischendrin ist das beste Wasser für die Trinkwasseraufbereitung, sagt Abteilungsleiter Girndt. Das Einzugsgebiet von 23 Quadratkilometern um die Riveristalsperre ist unbesiedelt, es gibt keine Zuflüsse aus Kläranlagen, fast 90 Prozent der Fläche ist bewaldet.

Projekte für die Trinkwasserversorgung der Zukunft

Die Stadtwerke Trier arbeiten daran, auch bei steigender Trockenheit durch den Klimawandel, immer genug Trinkwasser zu haben. Ein großes Projekt dafür ist eine mehr als 80 Kilometer lange Leitung, die die Oleftalsperre in Nordrhein-Westfalen mit der Riveristalsperre verbindet.

Sie wird im kommenden Jahr fertiggestellt, versorgt aber schon seit einem Jahr Teile des Eifelkreises Bitburg-Prüm mit Trinkwasser. Angedacht ist auch, die Riveristalsperre mit der großen Talsperre Nonnweiler im Saarland zu verbinden.

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