Spielzeughändler Gerd Klein steht in seinem Laden vor der Lego-Ware.  (Foto: SWR)

Spielzeuggeschäfte warten auf Ware

Trierer Spielwarenhändler: "Weihnachtsgeschäft in Gefahr"

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Lena Bathge

Heiligabend mit Geschenken und strahlenden Kinderaugen? Das könnte in diesem Jahr ein Problem werden. Ein Trierer Spielwarenhändler warnt: das Weihnachtsgeschäft wird schwierig.

Noch sind die Regale im Spielzeugparadies von Gerd Klein gut gefüllt. Wie lange das noch so bleibt, weiß der Trierer Spielwarenhändler allerdings nicht. Die wenige Neuware, die seinen Laden derzeit erreicht, ist schneller verkauft, als sein Team sie überhaupt in den Regalen verstauen kann. Der Grund: Bei den meisten Herstellern gibt es Lieferengpässe.

Bis zu acht Wochen kann es dauern, bis Klein eine neue Lieferung bekommt. "Das ist auch nicht nur bei einem Lieferanten so. Das ist bei sehr vielen, dass wir schon jetzt Hinweise bekommen, frühzeitig zu ordern. Wenn überhaupt die Ware noch kommt für Weihnachten."

Lieferengpässe sind Spätfolge des Corona-Lockdowns

Viele Händler hätten ihre Bestellungen während der Corona-Lockdowns eingefroren, da nicht klar gewesen sei, wann man die Ware wieder verkaufen könne. Das Risiko, Ware zu bestellen, die man nicht los werde, seien viele Händler nicht eingegangen. Denn bezahlen müsse man sie trotzdem, sagt Klein. Das habe sich natürlich auf die gesamte Lieferkette ausgewirkt. Nun fehle es in Produktionsländern wie China an Rohstoffen und Personal.

Transportkosten haben sich verzehnfacht

"Es ist ein Teufelskreis", meint Klein, denn wenn die Waren nicht um die Welt geschickt werden, kommen auch die Transportunternehmen nicht mehr über die Runden.

"Wo früher 100 Container verschifft worden sind, sind es jetzt nur noch 10. Da kommt die Preiserhöhung automatisch, damit sich das rentiert."

Im letzten Jahr habe ein Container noch 1.700 Euro gekostet. "Jetzt liegen wir bei knapp 20.000 Euro", erzählt Klein. Weil sich das kaum noch jemand leisten könne, würde noch weniger Ware bestellt. Die Preise erholten sich dadurch aber nicht, im Gegenteil.

Kleine Händler leiden am meisten

"Das ist vor allem eine Gefahr für die kleineren Unternehmen", klagt Klein, der das Geschäft in Trier mit seiner Familie zusammen führt. Denn die großen Internethändler könnten sich die hohen Transportkosten auch weiterhin leisten, haben das neueste Spielzeug also weiterhin im Sortiment. Dadurch gingen den kleineren Händlern noch mehr Kunden verloren.

Spielzeughändler Gerd Klein räumt Neuware in seine Regale. (Foto: SWR)
Weil es bei den Herstellern Lieferengpässe gibt, bekommt der Trierer Spielzeughändler Gerd Klein kaum noch neue Ware. Bis zu acht Wochen muss er zurzeit auf eine Lieferung warten.

Händler empfiehlt: Frühzeitig Geschenke kaufen

Gerd Klein hat das Sortiment seines Online-Shops inzwischen eingeschränkt, damit die Neuware bei ihm im Laden bleibt. So will er dafür sorgen, dass er in der Adventszeit wenigstens seinen Trierer Stammkunden die ganze Auswahl an Spielzeug bieten kann. Und er empfiehlt: "Wer am 24. Dezember Geschenke unter dem Weihnachtsbaum haben will, der sollte sich am besten schon jetzt darum kümmern."

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