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Von "Rotlicht aus" hält die Trierer Sexarbeiterin Nicole Schulze nichts. Die Corona-Zwangsschließungen hätten viele Prostituierte in die Illegalität getrieben. Jetzt will das Land die Bordelle wieder öffnen. Nur wie?

Mit Spannung warten Sexarbeiterinnen im ganzen Land auf die nächste Corona-Verordnung. Denn ab dem 2. Juli soll Prostitution wieder zulässig sein. Allerdings "in engen Grenzen", wie das Land mitteilte. Was das genau bedeutet, ist noch unklar.

Sexarbeiterin Nicole Schulze sagt, dass die Bordelle immer noch geschlossen seien, stigmatisiere und entwürdige eine ganze Branche. Zwar seien Corona-Hilfen auch bei Prostituierten angekommen, aber viele Frauen seien durch das vorübergehende Berufsverbot in die Illegalität getrieben worden.

Die Sexarbeiterin, die auch im Vorstand des "Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen" ist, lehnt ein Prostituitionsverbot grundsätzlich ab: "Man sieht gerade jetzt bei Corona, wie sich alles in die Illegalität verlagert und das Hilfesystem wegbricht."

Bordelle sind fast in allen Bundesländern wieder auf

Nach Angaben des Landes ist Rheinland-Pfalz eines der letzten Bundesländer, das Bordelle wieder öffnet. Laut Ministerium haben 13 Bundesländer dies bereits getan oder haben es vor. Im Saarland müssen die Kundinnen und Kunden beispielsweise einen negativen Testnachweis vorlegen, außerdem gilt eine Maskenpflicht.

In Baden- Württemberg hatte der Verwaltungsgerichthof kürzlich entschieden, dass eine weitere Schließung von Bordellen aufgrund gesunkener Inzidenzzahlen unverhältnismäßig sei.

Nach der ersten Corona-Welle vor einem Jahr war Rheinland-Pfalz noch das erste Bundesland, das Bordelle wieder öffnen wollte. Die Entscheidung hatte damals bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. In der Folge wurden die Pläne wieder zurückgezogen. Zuletzt waren die Bordelle laut Ministerium seit November geschlossen.

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