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Ab Mittwoch dürfen auch in der Region Trier Restaurants, Cafés und Kneipen wieder öffnen. Ein Gastwirt aus Trier lässt sein Lokal dennoch vorerst zu. Für ihn kommt eine Bewirtung unter den strengen Auflagen nicht infrage.

Der Gasthof von Jürgen Leder liegt im Trierer Stadtteil Mariahof, nicht weit vom Mattheiser Wald entfernt an einem Reiterhof.

Der Gastwirt sitzt allein auf einer der gemütlichen Eckbänke. Die Tische sind zusammengeschoben. Für den Abholservice, den er organisiert hat, sind Plexiglaswände auf der Theke eingebaut.

Kneipe mit Familien-Ambiente

Vor der Schließung wegen Corona sei hier vor allem am Wochenende immer richtig viel los gewesen, erzählt er:

"Wir haben viele Stammgäste. Dann sitzt man mal eng zusammen, spricht mit denen, freut sich, begrüßt sich, umarmt sich. Es ist eher wie in einer Familie als in einer Gaststätte, in die die Leute nur zum Essen hinkommen".

Ein Aufenthalt mit Wohlfühl-Atmospähre. Der sei jedoch unter all den Corona-Auflagen nicht möglich. Da ist sich der Gastwirt sicher. Als der mögliche Öffnungstermin für die Gastronomie verkündet wurde, hat er trotzdem erst einmal überlegt.

Öffnung würde sich nicht rechnen

"Wir haben uns zusammengesetzt und haben dann mal hochgerechnet: Wir haben 75 Quadratmeter und 17 Tische. Wir müssten jede zweite Tischreihe frei lassen, so dass wir maximal auf eine Auslastung von 35 bis 40 Prozent kämen. Damit würden wir nicht einmal die Personalkosten einnehmen."

Wir müssten um 22 Uhr wieder zumachen. Das ist doch unrealistisch. Kein Mensch geht gerne aus einer Kneipe raus, wenn es gerade gemütlich wird.

Jürgen Leder, Gastwirt

Auflagen schaden Stimmung

Und nicht nur das. Er glaubt, dass die Auflagen samt Einlasskontrollen, Abstandsregeln und Desinfektion auch der Stimmung in seiner Kneipe schaden würden.

Wenn man dann darauf achten muss, dass man leise kaut, leise spricht, da kann man die Musik noch so laut aufdrehen, das ist dann eher wie auf dem Friedhof als in einer gemütlichen Gaststätte.

Jürgen Leder, Gastwirt

Abholservice überlebenswichtig

Deshalb bleibt seine Gaststätte vorerst für den normalen Betrieb geschlossen. Er mache jetzt weiter wie in den vergangenen Wochen auch. Die Gäste können ihr Essen am Telefon vorbestellen und abholen. Auf diesen Abholservice ist der Wirt auch angewiesen.

Wenn das nicht wäre, würden wir schlimm dastehen. So kann ich die Leute in der Küche alle beschäftigen und auch im Service ein bisschen. Wir haben zum Glück einen treuen Kreis an Stammgästen, die uns ganz toll unterstützen.

Jürgen Leder, Gastwirt

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