Jeder vierte Jugendliche konsumiert so viele Energy Drinks, dass es gesundheitsgefährdend ist. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa | Alexander Körner)

Mögliche Gesundheitsrisiken

Trierer Schulen besorgt: Schüler trinken vermehrt Energydrinks

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Lehrer an Trierer Schulen schlagen Alarm: Immer mehr Schülerinnen und Schüler trinken Energydrinks. Das könne schwerwiegende Folgen haben.

Jedes fünfte Schulkind in Deutschland trinkt Energydrinks. Die Polizei Trier, die auch in der Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz Region Trier vertreten ist, beruft sich bei den Zahlen auf eine Studie der Krankenkasse DAK aus dem Jahr 2019.

Demnach trinken 70 Prozent der zehn bis 18-Jährigen regelmäßig Energydrinks, jeder Vierte so viel, dass es gesundheitsgefährdend sei. Dieser Trend sei auch an den Schulen in Trier sichtbar.

Lehrer und Schulleiter wegen der Energydrinks besorgt

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz Region Trier berichtet, dass die Schulen in der Region Trier - darunter Grundschulen und Orientierungsstufen - regelrecht Alarm schlagen. Schulleiter und Lehrer wenden sich demnach mit Anrufen und Zuschriften an den Jugendschutz. Die Kinder und Jugendlichen würden vermehrt Energydrinks trinken, sowohl im Schulalltag als auch auf Klassenfahrten.

Herzrasen, Panikattacken, Schlafstörungen

Deshalb will die Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz Region Trier ab sofort Eltern, Lehrer und Schüler für die Gefahren von Energydrinks wie Herzrasen und Schlafstörungen sensibilisieren.

Zu weiteren Nebenwirkungen der koffein- und taurinhaltigen Getränke zählen nach Angaben der Polizei Trier zudem Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Angstzustände, Herzklopfen bis hin zu Herzrhythmusstörungen und epileptischen Anfällen.

Plakate und Anti-Stress-Bälle mit dem Slogan #NoEnergyDrinks liegen auf einem Tisch. (Foto: SWR)
An den Schulen in der Region Trier sollen künftig diese Plakate für die Gefahren von Energydrinks sensibilisieren. Außerdem gibt es Anti-Stress-Bälle, die präventiv wirken sollen, da Energydrinks oft wegen des Versprechens, unter Druck durchhalten zu können, konsumiert werden.

Keine gesetzlichen Regelungen

Zur Aufklärung sollen in den Schulen in der Region Trier nun Plakate aufgehängt werden. Außerdem soll es Informationsgespräche unter anderem auf Elternabenden geben.

Für den Verkauf oder Verzehr von Energydrinks gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Regelungen und keine Altersbeschränkungen. Deshalb ist es nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz Region Trier die einzige Möglichkeit, Eltern, Schüler und Lehrer möglichst aufzuklären, dass die Kinder und Jugendlichen von sich aus weniger oder keine Energydrinks mehr zu sich nehmen.

Marken von Energydrinks wollen bewusst junge Zielgruppen ansprechen

Ein Problem ist nach Angaben der Polizei Trier das gezielte Marketing der Unternehmen, die Energydrinks verkaufen: Mit bunten, peppigen Dosen und Werbung mit bekannten Sportlern und Künstlern würden sie gezielt die Jüngeren erreichen wollen.

Unter anderem würden sie extra für die junge Zielgruppe auch neue Produkte auf den Markt bringen wie zum Beispiel Energy-Fruchtgummis und Energy-Pulver für Gamer. Nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz Region Trier sollten Kinder und Jugendliche vor solchen Produkten geschützt werden.

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SWR