Teils in Rucksäcken erreichen auch immer mehr Haustiere von Geflüchteten die Region Trier.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Flucht aus der Ukraine

Was mit Haustieren von Ukrainern in der Region Trier passiert

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AUTOR/IN
Christian Altmayer

Viele Ukrainer haben auf der Flucht ihr Haustier dabei. Doch die Aufnahme von Vierbeinern stellt viele Heime und Unterkünfte vor Probleme. Lösungen müssen schnell gefunden werden.

Hunderte Geflüchtete aus der Ukraine erreichen derzeit täglich die Region Trier. Viele von ihnen haben nicht nur Angehörige dabei, sondern auch Hunde und Katzen.

In Transportkörben, Jutetaschen und Rucksäcken erreichen die Tiere die Aufnahmeeinrichtungen in Trier, Bitburg und Hermeskeil. Doch dort dürfen sie nach Angaben des Leiters Frank-Peter Wagner nicht lange bleiben: "Aus Platzgründen und auch aus hygienischen Gründen wäre das auch für die Tiere purer Stress."

Auf der Flucht vor dem Krieg in ihrem Heimatland nehmen viele Ukrainer auch ihre Haustiere mit. Doch wo können die Schützlinge unterkommen?  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Auf die Flucht vor dem Krieg in ihrem Heimatland nehmen viele Ukrainer auch ihre Haustiere mit. Doch wo können die Schützlinge unterkommen? Picture Alliance

Pflegestellen für Tiere von Flüchtlingen gesucht

Daher sucht die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, die die Asylunterkünfte betreibt, derzeit nach Pflegestellen für die Vierbeiner. Nach Familien, die die Tiere aufnehmen, bis ihre Besitzer einen festen Wohnsitz haben.

"Wir haben einen Aufruf gestartet und bislang klappt es gut mit den Vermittlungen."

So gut, dass derzeit keine Tiere mehr in den Aufnahmeeinrichtungen untergebracht seien. Allerdings ist damit zu rechnen, dass es noch Neuzugänge geben wird.

Tierheim Altrich will Tiere aus der Ukraine aufnehmen

Im Eifeltierheim Altrich sorgen die Mitarbeiter daher schon mal vor. "Wir gehen fest davon aus, dass auch bei uns Katzen aus der Ukraine unterkommen werden", sagt Leiter Rainer Kordel.

Bislang haben die Altricher noch keine Tiere aus dem Kriegsgebiet aufgenommen. Es gebe aber Anfragen.

So steht Kordel etwa mit einer Tierschützerin in Kontakt, die gerne 120 Katzen aus einem Tierheim in der Ukraine nach Deutschland bringen würde. Nur gibt es da laut Kordel gleich mehrere Probleme.

Kapazitäten in Tierheimen sind begrenzt

Das eine ist die rechtliche Situation. "In der Ukraine gibt es noch Tierseuchen, zum Beispiel die Tollwut", sagt der Tierheimleiter. Daher müssten Hunde und Katzen sich einer mehrwöchigen Quarantäne, ärztlichen Untersuchungen und Impfungen unterziehen bevor sie irgendwo unterkommen.

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Der Platz in den Quarantänestationen im Eifeltierheim sei aber begrenzt, sagt Kordel: "Wir könnten zur Not ein paar Zimmer oder Boxen erübrigen. Aber wenn jetzt 100 Tiere kommen, dann würden wir das nicht hinbekommen."

Auch die Zimmer seien gut belegt. Rund 80 Katzen leben derzeit im Eifeltierheim Altrich.

Einreiseregeln für Tiere noch unklar

Im Idar-Obersteiner Tierheim Oberstmuhl hingegen würde es an den Kapazitäten nicht scheitern, sagt Leiterin Ulrike Kronauer. Auf der Katzen-Quarantänestation sei noch Platz, eng werde es höchstens bei den Hunden. Auch sie rechnet in den nächsten Wochen und Monaten mit ukrainischen Haustieren.

"Wir wären die Letzten, die nicht helfen würden."

Bayern und NRW machen Ausnahmen für Flüchtlingstiere

Dennoch wolle sie die Aufnahme der Tiere nur mit der Unterstützung des Veterinäramtes in Birkenfeld angehen. Bedenken machen der Hunsrückerin ebenfalls die Quarantäneregeln für die ausländischen Katzen und Hunde.

In anderen Bundesländern, etwa in Bayern und in Nordrhein-Westfalen machen manche Behörden bereits Ausnahmen von diesen Vorgaben. Hier sind bereits einige ukrainische Vierbeiner bereits in Tierheimen untergekommen.

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