Katze Smokey im Tierheim Trier könnte schon vermittelt werden. (Foto: SWR)

19 Hunde auf einmal untergebracht

Tierheim Trier voll - Aufnahmestopp

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Im Trierer Tierheim gibt es keinen Platz mehr. Der Grund: aus einem Haus mussten 19 große, verwahrloste Hunde aufgenommen werden.

Ich bin mit der Leiterin des Trierer Tierheims, Heike Weber, verabredet. Schon am Telefon hat sie angedeutet, dass sie und ihre Mitarbeiter alle Hände voll zu tun haben. 19 Hunde auf einmal habe sie aufgenommen. Sie führt mich über das Gelände. Als wir zu den Hundezwingern kommen, schlagen die Hunde an. Das Gebell wird immer lauter. Sie sagt, sie wisse nicht, ob sie die 18 Doggen und den Dobermann weitervermitteln könne. Noch seien die Hunde Eigentum der Halter.

Hohe Kosten für das Tierheim

Solche Großaufnahmen stellten das Tierheim in Trier immer wieder vor große Herausforderungen, sagt Weber. Der Träger des Tierheims ist der Tierschutzverein. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Antz sagt, er gehe von monatlichen Fixkosten von 70.000 Euro im Tierheim aus. Denn zu den Futterkosten käme Geld für Personal, Tierarzt, Instandhaltung und Heizkosten.

Diese Katzen im Tierheim Trier sind erst vor kurzem angekommen. (Foto: SWR)
Diese Katzen im Tierheim Trier sind erst vor kurzem angekommen. Bild in Detailansicht öffnen
Die Katze Smokey im Tierheim Trier ist bereit für die Vermittlung. Bild in Detailansicht öffnen
Einer von derzeit insgesamt 24 Hunden im Tierheim Trier. Bild in Detailansicht öffnen
Heike Weber, Leiterin des Tierheims Trier vor einem Kaninchen-Gehege. Bild in Detailansicht öffnen
Etwa 80 Kaninchen leben derzeit im Tierheim Trier - im August kamen auf einmal 110 Kaninchen ins Tierheim. Bild in Detailansicht öffnen
Der Vereinsvorsitzende Ulrich Antz im Tierheim Trier. Bild in Detailansicht öffnen
Doris hilft seit Jahren ehrenamtlich im Tierheim Trier - hier mit ihrem Hund Sissy Bild in Detailansicht öffnen
Die Leiterin des Tierheims Trier, Heike Weber, mit ihren Hunden. Bild in Detailansicht öffnen
Kater Momo ist eine FIV-Katze im Tierheim Trier - diese Katzen sollten im Gehege gehalten werden, damit sie andere Katzen nicht anstecken. Bild in Detailansicht öffnen
Das Tierheim Trier bekommt Futterspenden - freut sich aber besonders über Geldspenden. Bild in Detailansicht öffnen

Viel Aufwand für Reinigung und Pflege

Das Katzenhaus wird gerade gereinigt, als wir es betreten. In einem Abschnitt warten etwa zehn Katzen darauf, dass sie an neue Besitzer vermittelt werden können. Ein paar Meter weiter befindet sich ein Gehege für Kaninchen. Im August bekam das Tierheim auf einmal fast 120 Kaninchen plus einige Meerschweinchen aus einer einzigen Haltung. Heike Weber sagt, es sei schwierig, diese Kleintiere weiter zu vermitteln. Die Kaninchen mussten aufgepäppelt und medizinisch versorgt werden. Ob aber jetzt alle gesund seien, könne sie noch nicht abschätzen.

Vorstand arbeitet ehrenamtlich

Ein weiteres Problem sieht Weber in der Struktur. Denn der Verein, der das Tierheim managt, arbeite ehrenamtlich. Dabei sei das im Grunde ein Fulltime-Job. Der Vorsitzende, Ulrich Antz, bestätigt, dass die Arbeit nicht in wenigen Stunden nebenbei erledigt sei. Es gebe viele Herausforderungen. Und natürlich sei auch eine davon, Zuschüsse zu bekommen. Denn mit Spenden allein ließe sich der Unterhalt eines Tierheims mit momentan 170 Tieren nicht stemmen.

Schwierige Struktur

Antz findet die Struktur des Tierheims problematisch. So solle im Prinzip der ehrenamtliche Vorstand bestimmen, wie das Tierheim arbeite. Die Leiterin wiederum sei angestellt und dort hauptberuflich tätig. Hinzu komme, dass es auch im Verein nicht immer ein Miteinander, sondern manchmal auch ein Gegeneinander gebe. Wichtig wäre aber, meint Antz, dass alle an einem Strang zögen.

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