Kardinalfehler. Uraufführung des Schauspiels am 22. April im Theater Trier

Brandaktuelle Uraufführung

Kardinalfehler: Theater Trier zeigt Machtmissbrauch in der Kirche

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Claudia Krell
Claudia Krell am Mikrofon

Um Machtmissbrauch und Vertuschung in der katholischen Kirche geht es im Theaterstück "Kardinalfehler". Ein derzeit brandaktuelles Thema im Bistum Trier.

Als Theaterintendant und Regisseur Manfred Langner den Auftrag, eine Komödie über die katholische Kirche zu schreiben, an zwei Autoren vergab, konnte niemand wissen, dass der Inhalt zur Uraufführung so brandaktuell sein würde: In der vergangenen Woche ist im Bistum Trier ein weiterer Missbrauchsskandal um einen Priester bekannt geworden.

"Da leider ständig etwas in der Richtung in der katholischen Kirche passiert, war es unser Anliegen, ein Stück darüber zu machen. Dass es genau passt, war nicht zu ahnen", sagt Langner.

Barbara Ullmann spielt die Haushälterin des Bischofs, dargestellt von Michael Hiller.
Barbara Ullmann spielt die Haushälterin des Bischofs, dargestellt von Michael Hiller.

Es geht nicht um sexuellen Missbrauch

In dem Theaterstück gehe es darum, die katholische Kirche sozusagen von innen zu betrachten. Um sexuellen Missbrauch, sagt Langner ganz deutlich, gehe es nicht. Er habe ja eine Komödie in Auftrag gegeben und über dieses ernste Thema könne man keine Komödie schreiben.

"Kardinalfehler" befasst sich mit den vielfältigen Skandalen in der katholischen Kirche und mit dem, was gerade in der katholischen Kirche passiert. Und damit, wie Dinge versteckt werden, so der Intendant und Regisseur des Stücks.

"Es geht darum, wie Dinge vertuscht werden, wie sie versteckt werden. Das ist das Thema"

Der Papst hat seinen Besuch angekündigt

Die Handlung spielt in einem kleinen deutschen Bistum. 700 Jahre ist es alt. Als strahlendes Vorbild sehen sich die katholischen Würdenträger. Der Bischof präsentiert sich als energischer Aufklärer. Ganz hoher Besuch wird erwartet: Der Papst soll das Bistum zum Ende seiner Deutschlandreise besuchen.

Das Stück "Kardinalfehler" spielt in einem kleinen deutschen Bistum, das sich zunächst skandalfrei präsentiert.
Das Stück "Kardinalfehler" spielt in einem kleinen deutschen Bistum, das sich zunächst skandalfrei präsentiert.

Doch während der Vorbereitungen bricht ein Skandal über das Bistum herein. Dieser reißt nicht nur den Bischof, sondern das ganze Bistum mit.

Bischof macht mehrere Kardinalfehler

Das Theaterstück trägt den Titel: Kardinalfehler. "Es gibt hier ein Wortspiel", sagt Co-Autor Alistair Beaton. "Der Bischof möchte gerne Kardinal werden. Der Papst kommt, er hat sich angekündigt und wenn etwas schiefgeht, hat er keine Chance mehr, Kardinal zu werden. Er macht dann gewisse Fehler im Laufe des Stücks. Insofern gibt es mehrere Kardinalfehler".

Spielt nicht im Bistum Trier

In dem Stück gehe es nicht um das Trierer Bistum, sagt Regisseur Manfred Langner. Aber Trier sei als katholische Stadt mit vielen Kirchen ein guter Ort für die Uraufführung. Das zeige auch das Interesse schon vor der Premiere (22.04.2023).

Während die Vorbereitungen zum Besuch des Papstes laufen, braut sich in dem Bistum ein Skandal zusammen.
Während die Vorbereitungen zum Besuch des Papstes laufen, braut sich in dem Bistum ein Skandal zusammen.

Es gebe schon Nachfragen von Menschen, die in der katholischen Kirche aktiv sind oder von einigen, die sich intensiv damit beschäftigen. Er sei auch sehr gespannt, ob das Theater auch hohen Besuch vom Trierer Bischof oder dem Generalvikar bekommen werde.

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