Der Tennisplatz in Kordel kann nach dem Hochwasser wieder zum Spielen benutzt werden (Foto: SWR, Tennisclub Kordel)

Nach der Hochwasserkatastrophe

Tennisclub Kordel: Mitglieder bauen Vereinsplatz wieder auf

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AUTOR/IN
Helena Schöwer

Auf dem Tennisplatz in Kordel (Landkreis Trier-Saarburg) stand Mitte Juli das Wasser 1,30 Meter hoch. Jetzt kann auf der Anlage schon wieder Tennis gespielt werden. Für die Vereinsmitglieder ist das ein kleines Wunder.

Alle vier Tennisplätze des TC Kordel, die direkt an der Kyll liegen, standen unter Wasser. Von Schlamm bedeckt waren die Plätze nach der Hochwasserkatastrophe nicht mehr bespielbar. Der Schock über den Zustand der Anlage sei groß gewesen, so die Kassenwartin des Vereins, Marion Thiesen.

"Als das Wasser hier stand, haben wir nicht geglaubt, dass wir dieses Jahr noch einmal hier Tennis spielen können."

Tennisclub Kordel nach dem Hochwasser (Foto: SWR)
Der 1. Vorsitzende Volkmar Wagner zeigt, wie hoch das Wasser stand.

Hochwasser hat Clubhaus des TC Kordel verschont

Dabei hatte der Verein noch Glück im Unglück: Der Zaun rund um das Tennisgelände habe den Wassermassen standhalten können, so der 1. Vorsitzende Volkmar Wagner. Etwa 20 Anhänger voll Treibgut wie dicke Äste und Plastikcontainer habe sich so nur auf dem Außengelände ansammeln können. Das habe den Club vor dem Schlimmsten bewahrt. Das Clubhaus, das einige Meter über den Plätzen liegt, blieb ebenfalls verschont.

Der gesamte Bodenbelag aus Ziegelmehl sowie das eigene Sandlager mit sechs Tonnen des roten Sandes, das zur Ausbesserung und Erneuerung des Bodens diente, hat die Flut zerstört. Tennisplatzlinien, Tennisnetze und deren Halterungen mussten von Dreck und Treibgut befreit oder ersetzt werden.

Auf dem Tennisplatz in Kordel stand Mitte Juli das Wasser 1,30 Meter hoch (Foto: Tennisclub Kordel)
Auf dem Tennisplatz in Kordel stand Mitte Juli das Wasser 1,30 Meter hoch. Tennisclub Kordel Bild in Detailansicht öffnen
Der Schock über den Zustand der Anlage sei groß gewesen, so die Vereinsmitglieder. Tennisclub Kordel Bild in Detailansicht öffnen
So sah der Tennisplatz aus, nachdem die Schlammschicht fast getrocknet war. Tennisclub Kordel Bild in Detailansicht öffnen
Von Schlamm bedeckt waren die Plätze nach der Hochwasserkatastrophe nicht mehr bespielbar. Tennisclub Kordel Bild in Detailansicht öffnen
Die letzen Überreste des Hochwassers direkt neben dem Tennisplatz. Tennisclub Kordel Bild in Detailansicht öffnen
Die Reste von der Überschwemmung sind weiterhin zu sehen. Tennisclub Kordel Bild in Detailansicht öffnen

Verein stellt Antrag auf Finanzhilfe

Der Vorsitzende Wagner hat eine Kostenprognose erstellen lassen. Demnach beläuft sich der Gesamtschaden inklusive personellem Aufwand auf 7.500 Euro. Er habe einen Antrag auf finanzielle Hilfe beim Sportbund Rheinland gestellt. Ob der Tennisclub in Kordel Unterstützung bekommt, ist aber noch nicht sicher.

Der Sportbund Rheinland will zunächst mit Hilfe einer Online-Abfrage das Ausmaß der durch die Hochwasserkatastrophe entstandenen Schäden abschätzen. Das Ergebnis soll dann zur Verhandlung mit dem Land über Zuschüsse für betroffene Vereine genutzt werden.

Mitglieder legen selbst Hand an

Die rund 50 Mitglieder des Vereins wollten aber nicht auf Hilfe von außerhalb warten, sondern haben gleich selbst Hand angelegt, um Ihre Tennisanlage zu retten, so der Vorsitzende Wagner. Nachdem der Schlamm getrocknet war, haben sie die Dreckschollen weggeschaufelt, Zäune von Treibgut befreit und Netze und Bänke sauber gemacht oder ersetzt. Auch benachbarte Vereinen kamen zur Hilfe.

Hilfsbereitschaft unter den Vereinen war enorm

Mitglieder der Tennisclubs aus Gusterath und Osburg haben zusammen mit dem TC Kordel Schaufel und Besen geschwungen. Die Mädchenfußballmannschaft des TuS Issel hat ihr Training ausfallen lassen, um mit anzupacken. Eine Ziegelmehl-Spende gab es vom TuS Reinsfeld. Damit konnte der Tennisplatzboden in Kordel erneuert werden.

Auf dem Tennisplatz in Kordel kann nach den Aufräumarbeiten wieder Tennis gespielt werden. (Foto: SWR)
Auf dem Tennisplatz in Kordel kann nach den Aufräumarbeiten wieder Tennis gespielt werden.

Finanzielle Zukunft des Vereins ist unklar

Das schnelle Aufräumen habe den Platz zunächst noch einmal gerettet. Wie es im nächsten Jahr weiter gehe, kann Volkmar Wagner noch nicht sagen. Allein, um das eigene Sandlager wieder aufstocken zu können, brauche der Verein etwa 700 Euro.

"Wir hoffen, dass wir die nächste Saison finanziell überstehen können".

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