Jupiter Jones beim SWR Benefizkonzert in der Arena Trier (Foto: SWR, Simon Engelbert)

SWR Benefizkonzert

Wie Jupiter Jones die Flut in der heimischen Eifel erlebt haben

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Andrea Meisberger
Andrea Meisberger: Multimediale Reporterin SWR Studio Trier (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Sascha und Nicholas von Jupiter Jones kommen aus der Eifel. Was in ihrer Heimat Mitte Juli geschah, können sie bis heute kaum in Worte fassen.

Gerade läuft der Soundcheck für Jupiter Jones. Der letzte Feinschliff vor der großen Show beim SWR Benefizkonzert in der Arena Trier. Für die beiden Bandmitglieder Sascha Eigner und Nicholas Müller ist dieser Auftritt etwas ganz besonderes. Denn sie kommen aus der Eifel.

Sascha Eigner ist in Prüm aufgewachsen. Solche Flutkatastrophen kenne er eigentlich nur aus fernen Ländern. Nie sei ihm in den Sinn gekommen, dass auch seine Heimat betroffen sein könnte, sagt er. Häuser und Geschäfte seiner Verwandten hätten vollkommen unter Wasser gestanden, müssten teilweise abgerissen werden.

Grab des Großvaters vom Hochwasser betroffen

Zur Zeit der Flut war Saschas Oma in Hamburg. Sascha selbst fuhr einige Tage danach zu einem Konzert nach Luxemburg. Seine Oma sei sehr besorgt um das Grab ihres Mannes gewesen, sodass sie ihren Enkel gebeten habe, ein Foto von dem vom Hochwasser betroffenen Friedhof zu machen, erzählt Sascha.

"Als ich beim Friedhof ankam, sah dieser aus, als sei nie etwas gewesen. Es ist unglaublich, welche Arbeit die Helferinnen und Helfer dort geleistet haben."

Nicholas' Familie war vom Hochwasser betroffen

Etwas anders sah die Situation bei Nicholas aus. Er war zum Zeitpunkt der Flut in Berlin in einem Tonstudio. Zuerst habe er gar nicht realisiert, wie stark die Eifel betroffen war, erzählt er. Erst als er mit seinem Vater telefoniert habe, sei herausgekommen, dass auch bei seiner Familie das Wasser im Haus stand. Die Flut habe die Steine im Hof vollkommen rausgerissen.

"Ich fand es schwer dabei zuzugucken, wie Menschen ihr Zuhause verloren haben oder teilweise durch die Flut sogar Menschen sterben, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren."

Jupiter Jones beim Benefizkonzert in der Arena Trier (Foto: SWR, Simon Engelbert)
1.500 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten das SWR Benefizkonzert in der Arena Trier. Neben Jupiter Jones traten noch Julia Neigel und "Fury in the Slaughterhouse" auf. Simon Engelbert Bild in Detailansicht öffnen
Jupiter Jones Sänger Sascha kommt aus Prüm. Als seine Oma von der Flut hörte, war er gerade auf dem Weg nach Luxemburg. Die bat ihn, nach dem Grab ihres Mannes auf dem vom Hochwasser betroffenen Friedhof zu schauen. Sascha erzählt, er habe den Friedhof so vorgefunden, als sei nie etwas gewesen. Die Helferinnen und Helfer hätten ganze Arbeit geleistet. Dafür sei er dankbar. Simon Engelbert Bild in Detailansicht öffnen
Nicholas kommt aus der Eifel. Das Haus seiner Familie habe vollkommen unter Wasser gestanden, erzählt er. Im Hof des Hauses seien alle Pflastersteine vom Wasser rausgerissen worden. Simon Engelbert Bild in Detailansicht öffnen
Jupiter Jones widmeten ihren Song "Still" den Betroffenen der Hochwasserkatastrophe. Ursprünglich schrieb Nicholas diesen Song für seine verstorbene Mutter. Simon Engelbert Bild in Detailansicht öffnen
Neben dem Benefizkonzert in der Arena gibt es am Freitag, 10. September, in allen SWR-Programmen einen Benefiztag, der mit einer Benefizfernsehsendung abgeschlossen wird. Zu der Sendung sind Betroffene und Helfende eingeladen, die ihre Eindrücke von der Flut berichten. Simon Engelbert Bild in Detailansicht öffnen

Hilfsbereitschaft sei überwältigend gewesen

Sascha sagt, er empfinde Stolz für all die Menschen, die in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten geholfen haben. Auch, wenn er die meisten gar nicht kannte. Allein bei seiner Familie in der Eifel hätten am ersten Tag 25 Menschen mit angepackt, einen Tag später sogar 40, erzählt er.

"Es ist der Wahnsinn, wie viele Menschen dort solidarisch geholfen haben. Sei es durch Spenden oder durch wirklich harte Arbeit. Und das ohne, dass es ihnen selbst etwas gebracht hat."

SWR Benefizkonzert in der Arena Trier

Vor 1.500 Zuschauern traten Jupiter Jones neben Julia Neigel und "Fury in the Slaughterhouse" am Donnerstagabend beim SWR Benefizkonzert in der Arena Trier auf. Jupiter Jones widmeten ihren Song "Still" den Betroffenen der Hochwasserkatastrophe. Ursprünglich hatte Nicholas den Song für seine verstorbene Mutter geschrieben. Beim Konzert dabei zu sein, sei für die beiden besonders wichtig, sagen die Eifeler.

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