Nach der Flutkatastrophe sind Ehrangs Straßen vom Sperrmüll befreit (Foto: SWR)

Sperrmüll von den Straßen

Nach Überflutungen: Ehrang von Müll und Unrat befreit

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Erstes Aufatmen im Trierer Stadtteil Ehrang. Nachdem der Müll aus den Straßen geräumt worden ist, können die Menschen jetzt mit der Sanierung der betroffenen Gebäude beginnen.

Nach neun Tagen ist Ehrang aufgeräumt. Das hätte manch einer vor ein paar Tagen nicht für möglich gehalten.

Nach der Flutkatastrophe sind Ehrangs Straßen vom Sperrmüll befreit (Foto: SWR)
Hier stand vor wenigen Tagen noch meterhoch das Wasser der Kyll. Danach Berge von Sperrmüll

Bürgermeisterin Elvira Garbes, die den Krisenstab in der Stadtverwaltung für Ehrang leitet, erinnert sich an ihren ersten Besuch im Stadtteil nach den verheerenden Überflutungen.

"Bei meinem ersten Besuch sah es hier noch aus wie im Krieg"

Neben den Mitarbeitern der Stadt, des Abfallzweckverbands A.R.T., und Mitarbeitern des SaarForst Landesbetriebs hätten auch viele Freiwillige mitgeholfen, so die Stadt Trier.

Helfer aus der ganzen Region packen in Hochwassergebieten mit an (Foto: SWR)
Justin de Mür (links) aus Beßlich hilft seinem Kumpel André in Trier-Ehrang, bei dem das Wasser Keller und Erdgeschoss geflutet hat. Für ihn ist es selbstverständlich mit anzupacken: "Wir haben von Freitag bis gestern jeden Tag 10 Stunden geholfen. Und dann schlafen und normal arbeiten. Und dann wieder helfen,wenn's geht. Das is einfach klar, wenn ich mir vorstelle, dass das mein Haus wäre, würde ich auch helfen." Bild in Detailansicht öffnen
André Temmes aus Trier-Ehrang ist froh über die Hilfe: "Zeitweise waren wir hier bis zu 20 Mann, weil der Keller mindestens 100 Quadratmeter hat vollgestellt war. Da kamen viele aus Ehrang und anderen Dörfern hierhin und haben mitgeholfen. Da bin ich echt dankbar, dass wir so viele Helfer hatten." Bild in Detailansicht öffnen
Hannah (22) hat auch in Trier-Ehrang geholfen: "Mir war es wichtig zu helfen, weil hier ganz viele Freunde von mir wohnen und die ganzen alten Leute, die das selbst nicht mehr so gut können. Und weil ich das ganz schrecklich finde, was hier passiert ist." Bild in Detailansicht öffnen
Jaqueline Christmann (rechts) ist mit Freunden zum Helfen nach Metzdorf gefahren, nachdem sie in Kordel weggeschickt worden waren: "Wir sind dann an der Sauer entlang gefahren und haben dann bei den ganzen Campingplätzen gesehen, dass da noch voll die Katastrophe ist und haben dann dort ausgeholfen. Man ist erstmal sprachlos, aber dann hört man auf zu denken und sammelt Müll auf. Ich könnte nicht zuhause sitzen und wissen, dass andere Leute hier stehen und alles verloren haben." Bild in Detailansicht öffnen
Noemi, Hochwasser-Betroffene in Metzdorf, hat sich von fremden Menschen helfen lassen und ist sehr dankbar: "Die Helfer sind da. Man kann auf sie zählen. Es ist fast so, als würde die Last ein bisschen von einem abfallen." Bild in Detailansicht öffnen

Flut brachte Sperrmüllmenge eines Jahres

Innerhalb von nur drei Tagen ist in Ehrang und dem Rest der Region Trier so viel Sperrmüll gesammelt worden wie sonst nur in einem Jahr anfällt.

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Bis Samstag kann noch Sperrmüll abgegeben werden

Nach Angaben der Stadt können die Ehranger noch bis Samstag 24.07.21 14 Uhr Sperrabfälle zur Sammelstelle Merowingerstraße bringen. Von Hochwasserschäden betroffene Haushalte können außerdem bis zum 31.7. an allen A.R.T.-Standorten bis zu zehn Kubikmeter Sperrabfall kostenfrei anliefern, ebenso Problemabfälle und Elektrogeräte.

Bei der Flutkatastrophe mussten in Trier-Ehrang in kurzer Zeit 4000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Auch ein Krankenhaus und ein Altenheim wurden evakuiert. Die Kyll, ein Zufluss der Mosel, war höher gestiegen als jemals zuvor und konnte von den Deichen nicht aufgehalten werden.

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