Fabienne Alt-Ensch: Schwangere aus Köwerich will sich erstmal nicht gegen Corona impfen lassen. (Foto: SWR)

STIKO empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere

Schwangere aus Köwerich hat Angst vor Corona-Impfung

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Andrea Meisberger
Andrea Meisberger: Multimediale Reporterin SWR Studio Trier (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die Corona-Impfung für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Bei schwangeren Frauen wie Fabienne Alt-Ensch aus Köwerich (Landkreis Trier-Saarburg) führt das zu Unsicherheit.

Im Februar 2022 wird Fabienne Alt-Ensch ihr Kind zur Welt bringen. Gerade ist sie im fünften Monat schwanger. Als die Ständige Impfkommission am 10. September 2021 die Impfung für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfahl, war für sie klar, dass eine Corona-Impfung während der Schwangerschaft keine Option sei.

Skepsis gegenüber Corona-Impfung in der Schwangerschaft

Fabienne Alt-Ensch ist skeptisch gegenüber der Corona-Impfung in der Schwangerschaft. Besonders, wenn es um die Nebenwirkungen und die Sicherheit ihres Kindes geht. Der Grund: Ihr Mann hat die Impfung nicht vertragen, lag sehr lange im Bett. Außerdem macht sie sich Sorgen um ihr ungeborenes Kind. Denn die Studien sind ihrer Ansicht nach noch nicht ausgereift genug.

"Ich mache mir weniger Gedanken um mich, mehr um das Kind. Vielleicht ein plötzlicher Abgang oder ein Herzstillstand. Es kann vieles passieren. Später dann, dass das Kind Spätfolgen haben könnte."

Zudem findet sie es schwierig, weil Schwangere viele Dinge, die schon seit Jahren erforscht seien, nicht zu sich nehmen dürften, wie bestimmte Lebensmittel oder Medikamente. Dann eine Impfung zu bekommen, die noch nicht so lange erforscht sei, verbreite in ihr ein ungutes Gefühl.

Frauenärztin rät ihr zur Corona-Impfung

Ihre Frauenärztin riet ihr bei einem Besuch zu einer Impfung. Fabienne Alt-Ensch fühlt sich jedoch damit nicht wohl. Auch, wenn ihre Ärztin ihr nahelegte, dass die potentiellen Folgen einer Impfung deutlich geringer seien als die einer Corona-Erkrankung. Sie beziehe sich da auch auf die bereits vorhandenen Studien aus anderen Ländern.

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Skepsis heiße nicht gleich Impf-Gegnerin

Eine Impf-Gegnerin sei sie jedoch nicht, betont Fabienne Alt-Ensch. Sie sei lediglich skeptisch. Auch innerhalb ihrer Familie werde sie immer wieder dazu aufgefordert, sich impfen zu lassen.

"Ich fühle mich von der Gesellschaft unter Druck gesetzt. Von allen heißt es: Lass dich impfen! Aber in der Schwangerschaft ist mir das zu unsicher."

Ihrer Ansicht nach sollte man sich impfen lassen, damit man sich sicher fühlt und andere schützt. Nicht, weil einen andere unter Druck setzen.

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Schwangere als Risikopatientinnen

Für Schwangere gilt ein erhöhtes Risiko an Corona zu erkranken und dann einen schweren Verlauf zu erleiden. Angst habe sie davor aber nicht, weil die Corona-Zahlen in der Region Trier im Vergleich zu anderen Regionen relativ gering seien. Aber natürlich mache sie sich Gedanken darüber und versuche, ihre Kontakte - so weit es gehe - zu reduzieren.

Corona-Impfung nach der Schwangerschaft?

Sobald ihr Kind im Februar auf der Welt ist und sie die Stillzeit hinter sich hat, will sich auch Fabienne Alt-Ensch impfen lassen. Sie hofft, dass bis dahin auch die Studienlage insgesamt besser ist als jetzt.

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