Trauer an der Porta nigra (Foto: dpa Bildfunk, Oliver Dietze)

Amokfahrt in Trier im Dezember 2020

Stiftung und sichtbares Gedenken für Opfer und Angehörige geplant

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Für Opfer und Hinterbliebene der Amokfahrt von Trier soll eine Stiftung eingerichtet werden. Diese werde unter Beteiligung der Betroffenen "für eine gerechte Verteilung der Spendengelder sorgen", teilte die Stadt Trier mit.

Nach der Tat vom 1. Dezember 2020 waren mehr als eine Million Euro an Spenden eingegangen. Das Geld stehe Menschen, die durch die Amokfahrt traumatisiert oder schwer verletzt wurden sowie Angehörigen der Opfer zur Verfügung.

Bei der Amokfahrt in Trier wurden fünf Menschen getötet. Zudem wurden 14 Menschen schwer, teils lebensgefährlich, verletzt. Und rund 300 Menschen erlitten psychische Verletzungen, unter anderem, weil sie als Passanten Augenzeugen oder Helfer waren.

Gedenken zum Jahrestag der Amokfahrt

Zum Jahrestag der Tat soll es eine Gedenkfeier geben, wie Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) ankündigte. Zudem soll künftig in der Stadt sichtbar der Opfer gedacht werden. Wie - das sei noch nicht entschieden und werde eng mit den Angehörigen abgestimmt, so die Stadt.

Zuletzt hätten die Angehörigen der Getöteten signalisiert, dass sie gern ein dezentrales Gedenken an den Orten hätten, an denen es Opfer gegeben habe.

Anfragen für Hilfen und Anträge von Betroffenen

Die Betreuung der Opfer und Hinterbliebenen laufe derzeit über die Stiftung Katastrophen-Nachsorge und über einzelne Therapeuten, hieß es. Aus vergleichbaren Fällen sei bekannt, dass eine Betreuung oft jahrelang nötig sein wird, um die Ereignisse zu verarbeiten.

Nach Angaben des Opferbeauftragten der rheinland-pfälzischen Landesregierung, Detlef Placzek, sind bereits 116 Anfragen auf Hilfen vor allem für Therapiestunden und 74 Anträge auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz eingegangen.

Was der OB sich vom Prozess erhofft

Von dem am 19. August startenden Prozess um die Amokfahrt von Trier erhofft sich Oberbürgermeister Leibe Einblick in die Motive des mutmaßlichen Täters. "Die Amokfahrt ist immer noch sehr präsent", sagte Leibe. "Viele Menschen in Trier sind persönlich betroffen, auch weil sie denken, dass diese schreckliche Tat jeden in unserer Stadt hätte treffen können."

Als Jurist wisse er jedoch, dass die Erwartungen an einen Prozess nicht zu hoch sein dürfen. "Oft kann die Justiz zwar die Schuldfrage eindeutig klären, nicht aber die Motive, die hinter einer Tat stecken."

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SWR