Burgunderviertel Trier Kürenz vor dem Umbau

Nachhaltiges Wohnen

Startschuss für das Burgunderviertel in Trier-Kürenz

Stand
AUTOR/IN
Lara Bousch
Lara Bousch ist Reporterin im SWR Studio Trier

In den kommenden zehn Jahren wird auf dem Gelände der ehemaligen Militärkaserne ein modernes Wohnviertel entstehen. Mit wenig Autoverkehr und unterschiedlichen Wohnformen. Was das neue Viertel so besonders macht.

Mit viel Grün, Blumen und gärtnernden Menschen präsentiert sich das Wohnprojekt "Burgunderviertel" auf seiner Internetseite. Das Gelände der ehemaligen französischen Militärkaserne hat eine Fläche von ungefähr sieben Fußballfeldern und soll künftig ein moderner Wohnort werden, wenn es nach den Plänen des Unternehmens EGP geht.

Die ehemaligen Kasernen des französischen Militärs in Trier sind heute beliebte Flächen für Street Art, bis sie für das neue Burgunderviertel abgerissen werden.
Die ehemaligen Kasernen des französischen Militärs in Trier sind heute beliebte Flächen für Street Art, bis sie für das neue Wohnviertel abgerissen werden.

Unterschiedliche Wohnformen in einem Kiez

Zwei Jahre lang wurden die insgesamt 440 Wohneinheiten geplant, sagt David Becker. Er ist der Geschäftsführer der Immobilienentwicklungsgesellschaft EGP. Um viele Menschen wie Senioren, Singles und Familien anzuziehen, haben die Entwickler unterschiedliche Formen des Wohnens geschaffen. Das bedeutet, es werden nicht nur Mehrfamilienhäuser entstehen, sondern auch kleine Einfamilienhäuser, Microhäuser (ca. 80 m² Wohnfläche), Doppelhäuser und ein Haus für betreutes Wohnen.

Auch ein Wohnprojekt für gemeinschaftliches Wohnen soll umgesetzt werden. Hierbei wohnen mehrere Menschen, zum Beispiel Studierende, in einer gemeinsamen Wohnung oder in einem Haus. Rund ein Drittel der 440 Wohnungen sind Sozialwohnungen für schwache bis mittlere Einkommen.

Möglicherweise sogar mehr, sagt EGP-Geschäftsführer Becker. Die Förderungen für den sozialen Wohnungsbau seien im Moment sehr günstig für Bauherren. Wie es auf dem Rest des Wohnungsmarktes angesichts von Preissteigerungen weitergehe, sei allerdings unklar. Dort habe sich bei den Förderungen zum Beispiel für energiesparende Maßnahmen viel geändert. Einiges sei noch ungewiss. Becker geht davon aus, dass diese Wohnungen deutlich teurer werden können als zunächst geplant.

Die Bäume bleiben stehen und sollen im neuen Burgunderviertel in Trier in einen Park integriert werden.
Die Bäume bleiben stehen und sollen im neuen Burgunderviertel in Trier in einen Park integriert werden.

Viel Grün und wenig Autos

Viel Autoverkehr soll es im Burgunderviertel nicht geben. Die künftigen Bewohner sollen nur zum Be- und Entladen mit dem Auto bis zur Haustür fahren. Um den Verkehr im Viertel zu verringern, wird es keine privaten Garagen oder Stellplätze zu den Häusern geben, sagt Becker. An einem zentralen Platz könnten die Bewohner aber ihre Autos abstellen.

Dieses Gebäude bezeichnet Becker als "Mobilitätszentrale" des Viertels. Hier soll es auch Bike- und Carsharing Angebote für die Bewohner geben, die kein eigenes Auto besitzen. Über die Fahrpläne der Busse kann man sich dort ebenfalls informieren. Eine zentrale Paketstation soll zudem Verkehr von Paketzustellern verringern. Auch ein kleiner Kiosk soll hier angegliedert werden.

Nach der Devise "weniger Autos, mehr Grünflächen" soll ein naturnaher Park direkt in der Mitte des Burgunderviertels entstehen. Die Bäume aus altem Bestand werden erhalten und mindestens 300 neue Bäume sollen im gesamten Viertel gepflanzt werden. Auch Gemeinschaftsgärten sind hier geplant. Zudem werden die Flachdächer der Häuser begrünt.

Nachhaltige Energieversorgung im Viertel

Das Viertel soll jedoch nicht nur begrünt, sondern auch ökologisch werden. Eine modulare Biogas- und Solarthermieanlage versorgt das Viertel mit Wärme. Strom wird aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel mit Solarpanelen auf den Dächern gewonnen.

Des Weiteren werden Rückhaltebecken für Wasser gebaut, um Überflutungen durch Sturzregen vorzubeugen. Die Gebäude sollen mit Holz oder in einer Holzhybrid-Bauweise errichtet werden und rückbaufähig sein. Die Gebäude, die aktuell auf dem Areal stehen und abgerissen werden, sollen beim Straßen- und Wegebau Verwendung finden.

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Millionenschweres Bauprojekt

Wie viel das Projekt kosten wird, ist noch unklar. Das liege auch an der langen Bauzeit. Schon allein die Erschließung des Geländes mit Kanal- und Leitungsbau soll rund 22 Millionen Euro kosten und rund zwei Jahre dauern. Die EGP will im Laufe des Jahres dann mit dem Bau der Häuser beginnen. Wann alles fertig sein wird, sei auch wegen der hohen Inflation nur schwer zu sagen, sagt Becker.

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