Tauben sind auch in Trier zur Plage geworden (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Uwe Zucchi)

Stadt soll mögliche Lösung prüfen

Wie die Zahl der Tauben in Trier reduziert werden könnte

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AUTOR/IN
Helena Schöwer

In Trier gehören viele Tauben zum Stadtbild. Zu viele Tauben, meint die SPD. Auf Antrag der Fraktion soll die Stadt nun eine mögliche Lösung prüfen.

Für die einen sind sie Ratten der Lüfte, andere sehen in ihnen arme Wildtiere. In Trier sind Tauben inzwischen zu einer "Belastung für die Trierer Bürgerinnen und Bürger" geworden, heißt es in einem Antrag der SPD-Fraktion. Neben der hohen Population der Tauben sei auch das Futter, das die Tiere in der Stadt zu sich nehmen, nicht artgerecht.

Gesundheitsgefahr für den Menschen durch Tauben

Tauben könnten Keime und Krankheitserreger aufnehmen und verbreiten. Um gesundheitliche Restgefahren für Menschen zu verhindern, sollte eine Taubenbesiedlung rund um Krankenhäuser, Kindertagesstätten oder Seniorenheime vermieden oder zumindest eingeschränkt werden, heißt es in dem Antrag.

Vorschlag: Trier soll Taubenhäuser aufstellen

Die SPD schlägt vor, dass die Stadt Trier Taubenhäuser oder -türme aufstellt. Taubenhäuser werden auf fünf Meter hohen Holzsäulen angebracht. Diese Nistplätze könnte die Stadt in Anlagen oder auf freien Plätzen aufstellen, schlägt die SPD in ihrem Antrag vor. Bei den in Taubenhäusern brütenden Vögeln werden die gelegten Eier durch Betoneier ersetzt. Dadurch soll die Zahl der Stadttauben reduziert werden.

Antrag einstimmig angenommen

Der zuständige Dezernatsausschuss hat einstimmig den entsprechenden Antrag der SPD angenommen. Die Stadt Trier soll jetzt die Anschaffung der Taubenhäuser prüfen. Außerdem soll die Verwaltung Erfahrungen von anderen Städten einholen, die solche Türme aufgestellt haben.

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Füttern ist Teil des Tauben-Problems

Manfred Weishaar vom Naturschutzbund NABU in der Region Trier begrüßt die Anschaffung solcher Taubenhäuser. Die großen Menschenmengen in der Stadt seien der Hauptgrund für die hohe Zahl an Stadttauben in Trier. "In einer Stadt, die so viel Publikum hat wie Trier, gibt es jede Menge Nahrung und Tauben nehmen diese Ressourcen wahr und verbreiten sich."

Es sei schädlich, Tauben übermäßig zu füttern. Auch das Futter, das die Menschen fallen lassen, sei nicht gut für die Vögel, so Weishaar.

Die Stadt Trier soll die Anschaffung von Taubenhäusern prüfen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bernd von Jutrczenka)
Mit solchen Taubenhäusern soll die Zahl der Stadttauben verringert werden. Bernd von Jutrczenka

Taubenhäuser als Treffpunkt

Die SPD kann sich Taubenhäuser und -türme auch als Ort zur Aufklärung und Information über die Tiere vorstellen. "Ein Taubenhaus kann ein Mittelpunkt eines Begegnungszentrums für Kitas, Schulklassen oder andere Interessierte sein."

Weniger Taubenkot in Trier

Die Regulierung des Taubenbestandes in Trier würde zudem dem Stadtbild zugutekommen, so die SPD. So würde es weniger Taubenkot geben, der Bleche und Lacke angreift. Auch der Kontakt zu Lebensmitteln würde verringert.

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