Basilikavorplatz Prüm- Auch auf dem Basilikavorplatz überlegt die Stadtspitze von Prüm, wo Energie eingespart werden könnte. (Foto: SWR, Marc Steffgen)

Energiekrise

Stadt Prüm möchte 15 Prozent Strom und Gas einsparen

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Wegen Gasknappheit und explodierender Stromkosten wollen Gemeinden in der Region Trier Energie einsparen. Auch in der Stadt Prüm laufen derzeit die Planungen.

Das Rathaus von Prüm - Johannes Reuschen sitzt am Computer, vor sich die Tabellen mit den Energiekosten aus dem vergangenen Winter. Er ist unter Zeitdruck. Weil die Heizperiode in der Westeifel früh einsetzt, will der ehrenamtliche Bürgermeister so schnell wie möglich einen Energiesparplan aufsetzen. Nicht nur den städtische Haushalt hat Johannes Reuschen im Blick - die Stadt will auch ein Zeichen in Zeiten des Klimawandels setzen.

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Mehr als 33.000 Euro Heizkosten für städtische Gebäude

Seit einigen Jahren versucht Prüm bereits die Energiekosten zu senken. Noch gibt die Kleinstadt aber mehr als 33.000 Euro pro Jahr alleine für Heizen aus. Ab dem kommenden Herbst will die 6000-Einwohner-Stadt in der Eifel 15 Prozent Energie einsparen.

"Wir müssen uns dafür von lieb gewonnenem Luxus verabschieden. Auch ich habe es lieber, wenn unsere Sehenswürdigkeiten nachts angestrahlt werden. Jetzt sind das die ersten Punkte, wo ich sage, darauf müssen wir verzichten oder es zumindest zeitlich einschränken."

Heizung im städtischen Kunstmuseum wird abgestellt

Zusammen mit Mitgliedern des Stadtrates prüft Johannes Reuschen, wo Prüm noch sparen kann. Im Rathaus soll die Temperatur im Herbst um zwei Grad gesenkt werden. Noch frischer wird es in dem Kunstmuseum im Rathaus. Normalerweise ist es die ganze Woche geöffnet und auch beheizt. Die Thermostate dort sollen aber künftig auf die niedrigste Stufe gestellt werden. Kunstgenuss im Mantel ist angesagt.

Das Rathaus in Prüm- auch hier gibt es Energie-Einsparpotentiale. (Foto: SWR, Marc Steffgen)
Das Rathaus in Prüm- auch hier gibt es Energie-Einsparpotentiale. Marc Steffgen

Weihnachtsbeleuchtung soll bescheidener ausfallen

Auch die Beleuchtung in der Stadt steht auf dem Prüfstand. Immerhin die Straßenlaternen sind schon auf energiesparendes LED umgerüstet. Weiteres Einsparpotential sieht die Stadt dagegen bei den Sehenswürdigkeiten von Prüm. Können sie abends kürzer angestrahlt werden? Auch die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt steht zur Diskussion. Sie könnte in diesem Jahr etwas bescheidener ausfallen.

"Wenn sich jeder an die eigene Nase packt und versteht, worum es geht, ist es eigentlich keine Zumutung. Zumutung ist, wenn wir keine Energie mehr haben und mit den Decken zu Hause liegen."

Viel Einsparpotential beim städtischen Bauhof

Bei Kindergärten und Jugendeinrichtungen sind keine Einschnitte geplant. Das örtliche Hallenbad betreibt die Verbandsgemeinde. Im städtischen Bauhof müssen sich die Mitarbeiter aber auf kühlere Temperaturen einstellen. Mehr als 10.000 Euro zahlte die Stadt im vergangenen Winter für die Gasheizung unter dem Dach der zwei Hallen. Der größte Energiefresser der 16 städtischen Gebäude. Die Halle mit dem städtischen Fuhrpark soll deswegen nicht mehr beheizt werden. 30 Prozent an Gas soll so in der kalten Jahreszeit eingespart werden.

Bürgermeister Johannes Reuschen bespricht mit Mitgliedern des Stadtrats Einsparmöglichkeiten im städtischen Bauhof.  (Foto: SWR, Marc Steffgen)
Der Bürgermeister von Prüm, Johannes Reuschen, sucht mit Mitgliedern des Stadtrats an Einsparmöglichkeiten im städtischen Bauhof. Marc Steffgen

Energiesparplan soll schnell verabschiedet werden

Bürgermeister Johannes Reuschen will bei der Aufstellung des Energiesparplans aufs Tempo drücken. In zwei Wochen sollen alle Maßnahmen stehen und vom Stadtrat verabschiedet werden.

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