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Das Bistum Trier hat Untersuchungsergebnisse nach einem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen einen Ruhestandspriester an den Vatikan gemeldet. Nähere Angaben soll es erst später geben.

Wie das Bistum mitteilte, werden in dem Fall des Ruhestandspriesters bis zu einer Rückmeldung aus Rom keine näheren Angaben gemacht. Hintergrund war nach SWR-Informationen, dass ein heute erwachsener Mann ausgesagt hatte, als Jugendlicher von dem Priester missbraucht worden zu sein. Dieser hatte das bestritten. Der Fall war einer von drei Untersuchungen aus dem Jahr 2020, deren Ergebnisse das Bistum jetzt mitteilte.

Unterschiedliche Ergebnisse

Das Bistum teilte weiter mit, dass es in einem weiteren Fall um den Vorwurf des versuchten sexuellen Missbrauchs ging. Der beschuldigte Pfarrer sei in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden und dürfe erst wieder als Priester arbeiten, wenn er eine Therapie gemacht habe.

Bischof Stephan Ackermann (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Harald Tittel)
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Harald Tittel

In einem Fall: Vorwurf unbegründet

Gegen einen katholischen Priester aus dem Raum Merzig im Saarland hat sich nach Angaben des Bistums Trier dagegen der Vorwurf als unbegründet herausgestellt. Schon im August hatte die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen ihn eingestellt. Eine Bistumssprecherin teilte mit, der Pfarrer sei im Dienst. Er sei in der Zwischenzeit nicht beurlaubt worden.

Entschädigungen für Betroffene

Von 2010 bis Ende 2020 wurden im Bistum Trier 138 Anträge auf finanzielle Leistungen in Anerkennung des Leids bewilligt und insgesamt 640.500 Euro ausgezahlt. Das Geld stammt nicht aus Kirchensteuermitteln, sondern aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls. Zudem wurden Therapiekosten übernommen.

Das Bistum Trier zählt gut 1,3 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Trier

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