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Das Schwimmen in der Mosel ist zwar nicht verboten, aber auf keinen Fall ungefährlich. Es lauern Gefahren und es gibt keine Badeaufsicht. DLRG und Wasserschutzpolizei Trier mahnen zur Vorsicht.

Gerade an heißen Tagen ist entlang der Mosel zu beobachten, dass viele Menschen sich in dem Fluss abkühlen. Das ist gefährlich, sagt Jörg Kirch von der Wasserschutzpolizei Trier. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehrere hundert Menschen bei Badeunfällen - auch in Flüssen.

Eine wesentliche Gefahr gehe von den Schiffen aus, so die Polizei. Diese verursachten einen Sog und Wellenschlag, wodurch Schwimmer weggerissen werden könnten. Außerdem sei die Strömung schwer einzuschätzen. Selbst geübte Schwimmer seien nicht in der Lage, dagegen anzuschwimmen.

Schiff auf der Mosel (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
Die Schiffe auf der Mosel verursachen einen großen Sog und Wellenschlag - für Schwimmer ist das gefährlich. Außerdem haben Schiffe keine Bremsen, sodass sie dem Schwimmer nicht ausweichen können. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Die Stadt Trier hat am Moselstrand Hinweisschilder angebracht, die darauf hinweisen, dass das Schwimmen in der Mosel auf eigene Gefahr geschieht. Generell ist das Schwimmen in der Mosel aber nicht verboten. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen

Besonders dort, wo die Mosel sehr eng ist, sei es gefährlich zu schwimmen. Denn dort würden die Schiffe besonders nah an den Schwimmenden vorbeifahren, sagt Wasserschutzpolizist Kirch.

Vorsicht gilt auch beim Füße baden in der Mosel

Es sei auch nicht ungefährlich, kurz mit den Füßen oder bis zu den Waden ins Wasser zu gehen, so Kirch. Denn problematisch sei, dass die Mosel eine 3,8 Meter tiefe ausgebaggerte Fahrbahnrinne habe. Durch das trübe Wasser der Mosel sei aber nicht zu erkennen, wann es so tief hinunter gehe. Nichtschwimmer könnten sich dann in Lebensgefahr bringen.

"Die Gefahr ist nicht das Füße baden. Die Gafahr ist, dass man die Tiefe des Wassers nicht einschätzen kann."

Picknick an der Mosel kann böse enden

Bei schönem Wetter sind viele Menschen zu sehen, die an der Mosel picknicken und das ein oder andere Bier trinken. Alkohol sei an Gewässern ein nicht zu unterschätzender Faktor, so der Wasserschutzpolizist. Denn Alkohol führe dazu, dass sich Menschen überschätzen und leichtsinnig werden. Außerdem sei die Kombination aus Hitze und Alkohol im Wasser gefährlich. Das könne unter Umständen zum Herzstillstand führen.

Wildbaden in den Maaren ist ein Problem

Gefahren lauern auch in der Eifel - beispieleise am Pulvermaar. Viele Schwimmer sind dort an heißen Tagen unterwegs - und das nicht nur in dem abgesperrten Bereich des Naturfreibades. Grundsätzlich ist es verboten, das Maar an einer anderen Stelle zu betreten, als vom Naturfreibad aus, da es sich dabei um ein Naturschutzgebiet handelt.

Schwimmen in Seen und Maaren: Nur für geübte Schwimmer

Markus Riebschläger arbeitet bei der DLRG Gillenfeld und ist dafür zuständig, dass im Naturfreibad nichts passiert. Er beobachtet jedoch häufig, dass viele Schwimmerinnen und Schwimmer auch über den abgesperrten und durch die DLRG beaufsichtigten Bereich hinausschwimmen. Dadurch könnten sich die Menschen selbst in Gefahr bringen.

"Die Leute sind weit weg. Da haben wir kaum Eingriffs- und Einsichtsmöglichkeiten. Wenn wirklich jemand um Hilfe ruft, brauchen wir lange, bis wir da sind."

Weiter aufs Maar hinausschwimmen sollten nur geübte Schwimmer, sagt Markus Riebschläger. Es sei wichtig, sich eine Rettungshilfe mitzunehmen, um sich im Ernstfall selbst helfen zu können. Außerdem sollten die Schwimmer wissen, wie sie sich im Notfall verhalten müssen.

Die Gefahr des "stillen Ertrinkens"

Problematisch sei, dass sich viele Menschen schämen würden, um Hilfe zu rufen, wenn sie in Not geraten, sagt Markus Riebschläger. Außerdem wüssten viele gar nicht, wie sie sich in einer Notsituation verhalten sollten. Statt ruhig zu bleiben, gerieten viele in Panik.

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