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In Trier teilen sich vier Schulen eine Glasfaserleitung. So könne man keinen gerechten, digitalen Unterricht für alle machen, meinen Kritiker.

Schulleitung und Elternsprecher des Max-Planck-Gymnasiums in Trier beklagen, dass die Pläne der Stadtverwaltung zur Digitalisierung der vier großen Gymnasien in Trier nicht ausreichen würden, um reibungslosen Online-Unterricht zu ermöglichen. Unterstützung bekommen sie dabei auch vom Landeselternsprecher Reiner Schladweiler.

Zwar habe das Max-Planck-Gymnasium mittlerweile einen Anschluss an ein Glasfaserkabel, aber dieses müsse es sich mit drei anderen Schulen teilen. Dabei handelt es sich um das Auguste-Viktoria-Gymnasium, das Humboldt-Gymnasium und das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier. Die Glasfaserleitung habe jedoch nur eine Netzkapazität von einem Gigabit. Damit käme man pro Schule nur auf ein Viertel der benötigten Leistung, nämlich 250 Megabit.

Netzkapazität entspricht nicht dem Bedarf der Schulen

Gut ausgestattete Einzelhaushalte hätten teilweise genauso viel Netzkapazität, aber für wesentlich weniger Nutzer, beklagt die Schulelternsprecherin des Max-Planck-Gymnasiums, Wiebke Linnert. Im Fall der Trierer Gymnasien würden aber rund 4000 Schüler und mehr als 250 Lehrkräfte diese eine Leitung nutzen. Eine stabile und schnelle Internetverbindung könne so nicht gewährleistet werden. Jede der vier Schulen bräuchte eine eigene Glasfaserleitung mit einem Gigabit Leistung, um allen Schülern während der Pandemie dieselben Bildungschancen zu ermöglichen, so Linnert.

Armin Huber, Schulleiter des Max-Planck-Gymnasiums, sieht das ähnlich: „Wie sollen wir oder die anderen Schulen Live-Streams für unsere Leistungskurse im Hybrid-Unterricht anbieten, wenn wir keine Netzkapazitäten dafür haben?“ Von Seiten der Stadtverwaltung heiße es allerdings, für weitere Glasfaserleitungen fehle das Budget. Eine Stellungnahme der Stadt zu den genannten Kritikpunkten ist angefragt, liegt aber noch nicht vor.

Fördergelder aus Digitalpakt wurden nicht beantragt

„Mit fehlenden Mitteln kann sich keine Stadt mehr herausreden“, meint dagegen Reiner Schladweiler, Landeselternsprecher in Rheinland-Pfalz. „Die Digitalisierung hat man in vielen Kommunen grundsätzlich verschlafen. Man hat sich nicht rechtzeitig um die Entwicklung von Digitalisierungskonzepten gekümmert und die Fördergelder vom Bund, die zum Beispiel in Form des Digitalpaktes durchaus bereitliegen, nicht beantragt. Das rächt sich jetzt während der Pandemie, wo fast alles online stattfindet“, so Schladweiler.

Deshalb griffen jetzt viele Städte auf kurzfristige Lösungen zurück, die den Anforderungen und Bedarfen der Schulen nicht gerecht würden.  Allerdings sieht Schladweiler auch den Bund und die Länder in der Verantwortung. Diese müssten den Kommunen dauerhafte Finanzierungsmöglichkeiten weit über den Digitalpakt hinaus zur Verfügung stellen, um die Online-Angebote in den Schulen dauerhaft und zukunftsfähig zu gestalten.

 

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