STAND
AUTOR/IN

Ein privates Unternehmen baut in Landscheid im Kreis Bernkastel-Wittlich eine riesige Schießanlage. Schon im nächsten Jahr soll dort eine sogenannte "Jagdakademie" in Betrieb gehen.

Die Firma "Target World" will am Ortsrand von Landscheid einen der modernsten Schießstände im Umkreis von 250 Kilometern bauen: Auf dem Gelände gibt es künftig sechs Schießanlagen - drei Trainingsbahnen für das jagdliche und sportliche Tontaubenschießen und drei Indoorbahnen für Kurz- und Langwaffen. Dazu Seminarräume für Jagdschüler.

Anwohner befürchten mehr Lärm

Es war ein langer Weg für "Target World". Schon bei den ersten Plänen für die Schießanlage im Jahr 2012 regte sich Widerstand in der Bevölkerung. Im nahe gelegenen Ortsteil Burg gründete sich sogar eine Bürgerinitiative.

Sie befürchtete durch den vergrößerten Schießstand eine höhere Lärmbelästigung. Auch der Förderverein Kloster Himmerod war dagegen. Das Kloster liegt nur wenige Kilometer vom Schießstand entfernt.

Die Firma "Target World" baut am Ortsrand von Landscheid in der Eifel einen der modernsten Schießstände im Umkreis von 250 Kilometern. (Foto: Target World)
Die Firma "Target World" baut am Ortsrand von Landscheid in der Eifel einen der modernsten Schießstände im Umkreis von 250 Kilometern. Target World

Schießen an sieben Tagen

Hatte der bislang in Landscheid ansässige Wurftaubenverein nur an zwei Tagen pro Woche geschossen, sind künftig sieben Tage geplant. Der Verbandsgemeinderat Wittlich-Land lehnte im September 2017 eine Erweiterung der Anlage und der damit verbundenen Änderung des Flächennutzungsplans ebenfalls mit großer Mehrheit ab.

Schießanlage wurde kleiner

Also wurde abgespeckt, die Anlage wurde kleiner als ursprünglich geplant. Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich erteilte dann 2020 die Genehmigung der Anlage auf dem bisherigen Areal.

Die alte, sanierungsbedürftige Schießanlage wurde abgerissen, die bleiverseuchte Erde abgetragen. Seit März rollen nun die Bagger, die Bodenplatte für das Restaurant und die Seminarräume ist fertig.

Anlage für Jäger und Sportschützen

Ab dem Frühjahr 2022 sollen jährlich etwa 300 Jagdschüler am neuen Schießstand in Landscheid ihren Jagdschein machen. Aber auch Jäger und Sportschützen können nach Worten von Geschäftsführer Leo Ersfeld dann auf der Anlage trainieren, ebenso Polizei oder Zoll. Einen zweistelligen Millionenbetrag sei in die Anlage investiert worden, so der Geschäftsführer.

Im nächsten Jahr soll die sogenannte "Jagdakademie" in Landscheid in Betrieb gehen. (Foto: Target World)
Im nächsten Jahr soll die sogenannte "Jagdakademie" in Landscheid in Betrieb gehen. Target World

Kritik am Schießstand ist fast verstummt

Die Kritik an der Schießanlage ist fast verstummt, die Bürgerinitiative in Burg hat sich aufgelöst. Anwohnerin Doris Kemmer hat immer noch große Bedenken und ist alles andere als glücklich über den Neubau. Sie befürchtet immer noch mehr Lärmbelästigung.

Geschäftsführer verspricht weniger Lärm

Burgs Ortsvorsteher Gerd Meyer räumt zwar ein, dass die Anlage viel kleiner werde, als ursprünglich geplant. "Ich brauche keine Anlage, aber ich kann damit leben", sagt Meyer.

Der Geschäftsführer von "Target World", Leo Ersfeld, geht von 35 bis 40 neuen Arbeitsplätzen aus, wenn der Schießstand fertig ist. Er verspricht auch, dass es weniger Lärm geben wird, als von den Anwohnern befürchtet.

STAND
AUTOR/IN