Florian Lauer aus Ayl wehrt sich gegen eine Untersagungsverfügung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, mit welcher ihm untersagt wird, Sektflaschen zu verkaufen, deren Korken und Flaschenhals entgegen der Vorgabe einer EU-Verordnung nicht mit Folie umkleidet ist. (Foto: SWR)

Streit um Sektkorken vor Gericht

Saar-Winzer wehrt sich gegen Plastikfolie um Sektkorken

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Darf der Sektkorken nackt und "unverhüllt" auf die Flasche oder muss eine Folie drüber? Darüber streitet ein Winzer aus Ayl (Landkreis Trier-Saarburg) mit der Weinkontrolle. Es geht um Geld und Umweltschutz.

Florian Lauer und 50 andere Winzer sind mächtig sauer. Vor einigen Monaten stand bei ihnen die Weinkontrolle vor der Tür. An den Sektflaschen, die sie verkaufen stimme etwas nicht, so der Vorwurf.

EU will Folie über Sektkorken

Der Sektkorken, so die Weinkontrolle, müsse eigens mit einer Folie - der so genannten Kapsel - eingepackt werden. Das sei eine Vorschrift der EU und an die hätten sich die Winzer zu halten. Eine Vorschrift, die Florian Lauer nicht wirklich verstehen kann. Eine solche Kapsel sei nicht umweltfreundlich und erfülle keinen Sinn.

Florian Lauer aus Ayl wehrt sich gegen eine Untersagungsverfügung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, mit welcher ihm untersagt wird, Sektflaschen zu verkaufen, deren Korken und Flaschenhals entgegen der Vorgabe einer EU-Verordnung nicht mit Folie umkleidet ist. (Foto: SWR)
Die Folie auf der Flasche in der Mitte hält Florian Lauer für überflüssig. Die Produktion der Kapsel belaste die Umwelt.

Sektkapsel schlecht für die Umwelt

Florian Lauer und seine Winzerkollegen, die jetzt klagen, zeigen mit einem Rechenbeispiel, was die Pflicht zur Sektkapsel für die Umwelt bedeutet: 350 Millionen Flaschen Sekt werden in Deutschland pro Jahr hergestellt, so die Winzer. Um die Folien für alle diese Flaschen herzustellen, benötige man alleine 3,8 Millionen Liter Erdöl und 1,4 Millionen Kilogramm Braunkohle.

Folie soll Plagiate verhindern

Warum trotz dieser Zahlen die Folie auf den Sektkorken muss, konnte den Winzern lange Zeit niemand erklären. Erst der deutsche Sektverband hatte eine Erklärung parat, erzählt der Ayler Winzer Lauer. Die Kapsel jedes Sektes solle den edlen Tropfen vor Plagiaten - also Nachahmern - schützen, habe ihm der Verband erklärt.

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Jetzt kommt der Sektkorken vor Gericht

Überzeugen konnte das die Winzer nicht. Millionen Flaschen seien bereits ohne diese Sektkapsel verkauft worden, kritisieren sie. Seit den 1990er-Jahren gibt es die Vorschrift.

30 Jahre lange habe es niemanden interessiert, ob der Sekt mit oder ohne Folie verkauft wird, sagt Florian Lauer. Das wollen die Winzer jetzt vor dem Verwaltungsgericht in Trier so durchsetzen. Der Prozess beginnt am Mittwoch.

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