Reislinglese an der Mosel startet. (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Nach verregnetem Sommer

Weinlese an der Mosel: Pilzbefall macht Winzer zu schaffen

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Andrea Meisberger

Viel Regen und wechselhaftes Wetter haben den Winzern an der Mosel zu schaffen gemacht. Jetzt geht die Rieslinglese an der Mosel los - deutlich später als sonst.

Morgens um acht geht es mit der Rieslinglese los. Bernhard Werner und seine Erntehelfer machen sich auf in den Steilhang in Lörsch an der Mosel (Kreis Trier-Saarburg). Noch ist es kalt. Gerade mal sechs Grad. Zuerst gibt es eine kleine Einweisung. Denn nicht alle Trauben sind für den Wein geeignet.

Pilze machen Winzern an der Mosel zu schaffen

An manchen Rebstöcken ist zu erkennen, dass verschiedene Trauben sowie die Äste, an denen sie hängen, ganz dürr sind. Der Grund: Die Weintrauben sind mit dem sogenannten falschen Mehltau, in der Fachsprache Peronospora, befallen. Das ist eine Krankheit, die nur Reben anfällt.

Spritzen ist die einzige Option

Winzer Bernhard Werner aus Leiwen musste in seinen Parzellen viel spritzen. Anders hätte er den Pilzbefall nicht in den Griff bekommen, sagt er. Er habe deutlich häufiger spritzen müssen als in anderen Jahren. Wenn es trocken gewesen wäre, hätte das nicht sein müssen.

"Wir mussten teilweise alle acht Tage spritzen, sonst hätten wir nachher nichts mehr in den Stöcken gehabt."

Riesling-Lese deutlich später als sonst

In diesem Jahr ging die Rieslinglese erst im Oktober los. Deutlich später als sonst. Normalerweise seien viele Winzer an der Mosel dann schon mit der Rieslinglese durch, sagt Werner. Dass es in diesem Jahr so spät geworden ist, liege vor allem daran, dass der Sommer lange auf sich warten gelassen habe, so Werner. Schließlich habe es die meiste Zeit nur geregnet und das Wetter sei sehr wechselhaft gewesen - wenn es auch nicht kalt gewesen sei.

Aber vor 20 Jahren sei das normal gewesen, erzählt er. Da seien die Trauben bis in den November hinein gelesen worden. So gesehen sei es ein normales Jahr gewesen.

Qualität des Rieslings von der Mosel werde gut

Auch wenn zahlreiche Trauben vom Pilzbefall betroffen seien, werde es ein gutes Riesling-Jahr, ist sich Werner sicher. Vor allem die Steillagen könnten sich nun wieder profilieren. Besonders gute Lagen hätten in diesem Jahr einen Vorteil. Mengen, die in den vergangenen zwei Jahren erzielt wurden, werde es wohl eher nicht geben.

"Es kommt nicht auf die Menge an. Der Wein, der nachher dabei raus kommt, muss gut sein."

Vor einigen Wochen habe er sich noch deutlich mehr Gedanken darüber gemacht, ob die Trauben gut sein werden. Doch die letzten Tage hätten nochmal dafür gesorgt, dass die Trauben noch besser geworden seien. Sie seien goldgelb und hätten teilweise Edelfäule. Das mache ihn mehr als zufrieden, so Winzer Bernhard Werner.

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