STAND

Die Firma Simon Fleisch aus Wittlich kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung, Werkverträge aus Arbeitsschutzgründen zu verbieten. Der größte Branchenbetrieb in der Region beschäftigt auch Rumänen und Slowaken.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Nach Angaben von Simon Fleisch ist es schwierig, auf dem heimischen Arbeitsmarkt Fachkräfte für den Schlachtbetrieb zu finden. Die Wittlicher Firma beschäftigt deswegen 150 Mitarbeiter unter anderem aus Rumänien und aus der Slowakei. Sie seien in mehreren Sammelunterkünften untergebracht. Bei Simon Fleisch teilten sich aber maximal zwei Personen ein Zimmer.

Klöckner: Kein Herausreden mehr

Die Landesvorsitzende der CDU, Bundesernährungsministerin Julia Klöckner, begrüßte dagegen die Neuregelung. Es könne sich nun keiner mehr herausreden, dass er nicht über die Unterbringung von Arbeitern Bescheid wisse und Verantwortung an Subunternehmen abgebe, so die Ministerin.

In mehreren Schlachtbetrieben in Deutschland hatten sich Mitarbeiter in den vergangenen Wochen mit dem Coronavirus infiziert. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch schärfere Gesetze für die Fleischindustrie vorgestellt: Es soll keine Subunternehmer mehr geben, sondern die Betriebe müssen alle Mitarbeiter anstellen, die Tiere schlachten und Fleisch verarbeiten.

Die Unternehmen sollen auch zu einer besseren Arbeitszeiterfassung verpflichtet werden. Es soll mehr Kontrollen geben und das Bußgeld für Arbeitszeitverstöße soll auf bis zu 30.000 Euro verdoppelt werden. Das hatte zuvor bereits die CDU Rheinland-Pfalz gefordert.

Missstände auf Schlachthöfen Fleischindustrie muss ab 2021 bessere Arbeitsbedingungen schaffen

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Arbeitsbedingungen in großen Schlachtbetrieben oft miserabel sind. Doch das soll sich jetzt ändern. Das Bundeskabinett hat verschärfte Regeln für die Branche beschlossen.  mehr...

Kommentar Ende dieser Beschäftigungen in Fleischindustrie sind überfällig

Nach den Corona-Ausbrüchen in deutschen Fleischbetrieben hat sich das Bundeskabinett auf schärfere Vorschriften beim Arbeitsschutz geeinigt. Das war überfällig, meint unser Berlin-Korrespondent Uwe Lueb.  mehr...

STAND
AUTOR/IN