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Hunderte Radfahrer aus der Region Trier haben sich beim SWR bei der Aktion #besserRadfahren gemeldet. Einige Meldungen klingen wie Hilferufe.

Nicht nur in den Städten Trier oder Wittlich ist es demnach für die Radfahrer gefährlich, auch in Eifel, Hunsrück und an der Mosel ist nach Meinung der Radler viel zu tun.

Die vielleicht gefährlichste Straße von Trier

Besonders viele Meldungen betreffen die Verbindung von der Trierer Innenstadt zur Universität über die vielbefahrene Avelsbacher Straße. Steil geht es hier den Berg hoch.

"Es kommt hier Richtung Tarforst fast täglich zu aggressiven Überholmanövern durch Kfz ohne ausreichenden Sicherheitsabstand, nicht selten zu regelrechtem Abdrängen ..."

Nutzer bei #besserRadfahren

Andere Meldungen sprechen von der "reinsten Kampfzone". Der Stärkere gewänne.

Radfahrer finden die Avelerstraße in Trier extrem gefährlich (Foto: SWR)
Statt eines Radwegs - parkende Autos am Rand an der Avelsbacher Straße in Trier-Kürenz. Bild in Detailansicht öffnen
Kleine Schilder leiten Radfahrer von der Hauptstraße auf einen asphaltierten Weg durch die Weinberge. Bild in Detailansicht öffnen
Die Straßenüberquerung zu diesem verkehrsberuhigten Weg ist aber oft ein Abenteuer - vor allem im Berufsverkehr. Bild in Detailansicht öffnen
Wenn man diesen Alternativweg erreicht hat, wird es besser. Bild in Detailansicht öffnen
Wer von der Universität über die Avelsbacher Straße in Richtung Innenstadt fährt, muss extrem aufpassen. Nicht nur wegen der Autofahrer, sondern auch , weil die Straße Risse und Schlaglöcher hat. Bild in Detailansicht öffnen

"... bin schon angehupt und beschimpft oder mit 20 Zentimetern Abstand überholt worden"

Meldung bei#besserRadfahren

Busse überholen Radfahrer gefährlich nah

Ein Radfahrer beschreibt, wie ein Busfahrer nicht nur mit weniger als 40 Zentimetern überholte, sondern ihn auch noch mit Scheibenwischwasser nass machte. Dazu sei die Straße in einem schlechten Zustand, so dass man versuche, Schlaglöchern und Gullydeckeln auszuweichen.

"Diesen Streckenabschnitt mit dem Rad zu fahren, ist purer Stress!"

Radfahrer auf #besserRadfahren

Einen Lösungvorschlag haben auch einige Radfahrer im Anschluss an ihre Negativmeldung auf der interaktiven Karte auf der SWR-Seite geschrieben. Sie schlagen vor, dass der Parkstreifen im unteren Straßenabschnitt in einen Radweg umgewandelt werden sollte.

Nicht die einzige kritsche Stelle für Radfahrer in Trier

Allein in der Stadt Trier gibt es fast 200 Negativmeldungen von Radfahrern. Radwege, die im Nirwana enden. Ungünstige Ampelschaltungen für Fahrradfahrer. Keine gesonderten Radwege auf vielbefahrenen Straßen. Für die Stadt Trier bleibt das Radwegenetz eine Herausforderung - trotz Mobilitätskonzept.

Radfahren in Trier-hier ist es kritisch (Foto: SWR)
Der Radweg endet vor der Pfalzeler Brücke. Radfahrer müssen auf die andere Straßenseite wechseln. Durch den Brückenpfeiler sind sie für Autofahrer erst spät zu sehen. Bild in Detailansicht öffnen
Ein vorbildlicher Radweg in der Herzogenbuscherstraße - durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt. Gefärlich wird er durch die vielen Ausfahrten von Firmenparkplätzen. Bild in Detailansicht öffnen
Keine Vorfahrt für Radfahrer. Während Autofahrer auf der Parallelfahrbahn Vorfahrt haben, müssen Radfahrer an der einbiegenden Straße halten. Eine wenig radfreundliche Lösung in der Herzogenbuscherstraße. Bild in Detailansicht öffnen
Wartezeiten für Radfahrer. Am Wasserweg müssen Radfahrer eine "Bettel" - Ampel drücken, um die Straße zu queren. Bild in Detailansicht öffnen
Das gibt es immer wieder in Trier: Radwege, die plötzlich enden. Bild in Detailansicht öffnen
Manchmal enden Radwege auch ohne Ankündigung. Wie hier am viel befahrenen Verteilerkreis Nord. Bild in Detailansicht öffnen
Auf den ersten Blick ist der Radweg in der Parkstraße idyllisch ... Bild in Detailansicht öffnen
... beim näheren Hinschauen errät man, warum viele Radfahrer diesen Weg meiden. Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Radweg in der Parkstraße sind große Risse im Weg durch Baumwurzeln, die den Asphalt anheben. Ausweichen ist meist nicht möglich, weil der Radweg extrem schmal ist. Bild in Detailansicht öffnen

So können Sie kritische Stellen melden

Wählen Sie auf der hier eingebundenen Karte unseres Aktionspartners, dem Städtenetzwerk Klima-Bündnis ("RADar!","Stadtradeln"), "neue Meldung" aus. Beschreiben Sie konkrete Gefahrenstellen oder vorbildliche Verkehrsführung, schicken Sie uns ein Bild oder Video.

Und wenn Sie möchten, hinterlassen Sie (nicht-öffentlich) weitere Kontaktdaten - die SWR Reporterinnen und Reporter wollen sich die Situation gerne vor Ort anschauen.

Auch in ländlichen Regionen ist es für Radfahrer nicht leichter

Sogar auf ausgewiesenen Radwegen gibt es immer wieder gefährliche Abschnitte. So führt der Kyllradweg in Jünkerath durch ein Gewerbegebiet. Hier fragen Radfahrer, warum man den Bahntrassenweg nicht über die ehemalige Vennbahn bis zum Jünkerather Bahnhof führen kann.

"Das ist wirklich lebensgefährlich."

Nutzer zum unterbrochenen Enztalradweg bei Neuerburg

Zwischen Neuerburg und Sinspelt ist in Höhe Daudistel ein Stück des Enztal-Radweges nicht gebaut. Hier müssen Radfahrer über eine kurvige, unübersichtliche 1,1 Kilometer lange Strecke über die L4 fahren. Der Lückenschluss ist seit Jahren geplant.

Video herunterladen (10,6 MB | MP4)

Auch von der Mosel gibt es Meldungen über gefährliche Radstrecken. In Bernkastel-Kues führt der Radweg über einen größeren Parkplatz, wo immer wieder Autos ein- und ausparken. Auf der Schweicher Moselbrücke fehlt ein Radweg, obwohl er den Moselradweg rechts mit dem, der nach Trier führt, verbinden würde.

Viele Hunsrücker wünschen sich mehr Radverbindungen zwischen Orten

Viele Hunsrücker wünschen sich sichere Radverbindungen zwischen den Orten. So schlagen sie vor, die stillgelegte Bahntrasse von Morbach nach Thalfang zum Radweg umzubauen. Das Viadukt bei Hoxel könnte Touristen anlocken, meinen sie.

Was passiert mit Ihren Meldungen?

Bis zum 29. April können Sie noch Gefahrenstellen melden. Wir werten Ihre Beiträge zusammen mit der Hochschule Karlsruhe wissenschaftlich aus. Außerdem berichten wir immer wieder über solche Stellen.

SWR-Themenschwerpunkt in Fernsehen, Radio und online am 9. Juni

Am 9. Juni stellen wir in einem großen Themenschwerpunkt die Ergebnisse vor.

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