Hatespeech-Prozess: Der Angeklagte vor dem Amtsgericht Idar-Oberstein (Foto: SWR)

Cophunter-Prozesstag nach einer halben Stunde beendet

Staatsanwaltschaft bezeichnet Angeklagten als "Verschwörungstheoretiker"

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Ein 56-jähriger Mann steht seit Freitag vor dem Amtsgericht in Idar-Oberstein. Er soll laut Anklage im Internet zur Tötung von Polizeibeamten, dem sogenannten Cophunting, aufgerufen haben.

Der Angeklagte hielt sich einen Aktenordner vor das Gesicht, als er in den Gerichtssaal kam. Über seinem grauen Pullover trug er eine silberne Halskette mit einem Kreuz. Während die Anklage verlesen wurde, saß der Angeklagte relativ reglos da. Zwischenzeitlich diskutierte er mit dem Richter, weil er sich zu den Vorwürfen äußern wollte.

Der erste Verhandlungstag war bereits nach einer guten halben Stunde unterbrochen worden, weil ein Sachverständiger nicht vor Ort war. Der nächste Prozesstermin ist für den 25. August angesetzt.

Staatsanwaltschaft bezeichnet Angeklagten als "Verschwörungstheoretiker"

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der 56-Jährige "Anhänger von Verschwörungstheorien" sein. Er halte die Bundesrepublik Deutschland für eine Firma und mRNA-Impfstoffe gegen Corona für vergiftet.

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Zudem soll der Angeklagte nach dem mutmaßlichen Polizistenmord eine E-Mail an die Polizei geschrieben haben, in der er wörtlich schrieb: "Ich persönlich werde heute eine Party machen. Und Mann, war das geil, als ich das hörte."

Der Angeklagte sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.

Prozess wegen Aufruf zur Jagd auf Polizisten am Amtsgericht Idar-Oberstein startet (Foto: SWR, Maximilian Storr, Jana Hausmann)
Staatsanwalt Wahis Afschar bezeichnete den Angeklagten als Verschwörungstheoretiker. Maximilian Storr, Jana Hausmann

Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei Prozess

Beim Prozess am Amtsgericht Idar-Oberstein herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen für Besucher. Diese müssen sich ausweisen. Handys oder ähnliche Geräte sind verboten. Das Medieninteresse ist groß. Zahlreiche Pressevertreter sind vor Ort.

Angeklagter soll zu Jagd auf Polizisten aufgerufen haben

Der Mann aus der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen soll nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz zwei selbstgedrehte Videos in dem sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht haben, in denen er zur Jagd auf Polizeibeamte, dem sogenannten Cophunting, aufruft. Darin soll er angeboten haben, Polizisten gegen eine Gebühr auf einen Feldweg zu locken, wo sie dann erschossen werden könnten.

Videos nach mutmaßlichem Polizisten-Mord

Diese Videos soll er veröffentlicht haben, kurz nachdem in Kusel Ende Januar bei einer Verkehrskontrolle ein Polizist und eine Polizeianwärterin durch Schüsse getötet worden waren. Der Angeklagte soll die Beiden nach der Tat in einer Mail an die Polizei Idar-Oberstein beleidigt und ihr Andenken verunglimpft haben.

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