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Das Landgericht Trier hat am Montag einen Mann aus Trier wegen schwerer Körperverletzung zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt. Er hatte seinen Nachbarn mit einem Brotmesser attackiert.

Außerdem, so das Gericht, hat er sich der anschließenden Festnahme widersetzt, die Polizeibeamten angegriffen und beleidigt. Einer der Polizisten sei vom Angeklagten am Kopf getreten und bespuckt worden. Der Mann sei bis heute dienstunfähig.

Opfer bleibt entstellt

Der Nachbar erlitt durch den Angriff laut Gericht eine tiefe und lange Schnittwunde vom linken Mundwinkel über die Wange bis zum Ohr. Zurück bleibt eine deutlich sichtbare, zehn Zentimeter lange Narbe.

Die Bluttat passierte laut Gericht Mitte August vergangenen Jahres gegen 23 Uhr in einem Trierer Mehrfamilienhaus. Der 33-jährige Angeklagte soll sehr laut gewesen. Ein Nachbar habe deshalb bei ihm geklingelt und sich beschwert. Danach sei das spätere Opfer wieder zurück in seine Wohnung gegangen.

Messer hinterm Rücken versteckt

Laut Gericht ist es erwiesen, dass sich der Angeklagte daraufhin mit einem rund 20 Zentimeter langen Brotmesser bewaffnet und an der Wohnungstür des Opfers geklingelt hat. Das Messer soll er hinter seinem Rücken versteckt gehalten haben. Als der 64-jährige Nachbar seine Wohnungstür öffnete, soll der Angeklagte ohne Vorwarnung in dessen Gesicht gestochen haben.

Lange Narbe im Gesicht

Der Mann konnte sich stark blutend in seine Wohnung retten. Nach der Tat musste der 65-Jährige nach eigenen Angaben operiert werden und mehrere Tage im Krankenhaus bleiben.

Zwar habe sich der Angeklagte bei ihm in einem Brief entschuldigt, doch für die Tat, so der 65-jährige Nachbar, könne es keine Entschuldigung geben.

Für den Rest seines Lebens sei er mit der Narbe im Gesicht entstellt. Bis heute habe er wegen der Schnittverletzung an der Wange Probleme beim Essen und Trinken und leide unter Schlafstörungen.

Ehepaar traumatisiert

Die Frau des Opfers, gab unter Tränen am ersten Verhandlungstag vor Gericht an, dass sich das Leben des Ehepaars seit der Tat vollkommen verändert habe. Sie selbst hätte immer noch Angst und könne nicht mehr schlafen. Das Ehepaar befindet sich nach eigenen Angaben in psychologischer Behandlung, um die Tat zu verarbeiten.

Einschlägig vorbestraft

Der Angeklagte ist laut Gericht einschlägig vorbestraft und war schon mehrfach wegen schwerer Köperverletzung im Gefängnis. Zur Tatzeit sei der 33-Jährige erheblich alkoholisiert gewesen.

Keine Erinnerungen an die Tat

An die Tat selbst kann er sich nach eigenen Angaben nicht erinnern. Er habe an dem Abend so viel Alkohol getrunken dass er einen "Filmriss" bekommen habe. Trotzdem gehe er davon aus, dass das, was sein Nachbar und die anderen Zeugen geschildert hätten, stimme. Das Gericht wertete das als Geständnis.

Alkoholentzug angeordnet

Staatsanwaltschaft und Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann alkoholabhängig sei. Weil er bereits mehrfach im alkoholisierten Zustand gewalttätig geworden sei, muss der Angeklagte nun zunächst zwei Jahre in eine Entziehungsanstalt.

Sollte der Mann den Alkoholentzug erfolgreich meistern, bestünde die Chance, dass die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werde, so der Richter.

Angeklagter will weg vom Alkohol

Der Angeklagte hat sich vor der Urteilsverkündung erneut für die Tat entschuldigt und versprochen, nie wieder Alkohol trinken zu wollen. Er gab an, die Therapie durchhalten zu wollen, um irgendwann die Chance zu haben, ein abstinentes und straffreies Leben führen zu können.

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