Wohnungseinbruch (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

36 Einbrüche in Wohnhäuser

Prozess in Trier gegen mutmaßliche Einbrecher

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AUTOR/IN
Nicole Mertes
Foto von Nicole Mertes, Redakteurin bei SWR Aktuell im Studio Trier (Foto: SWR)

Zwei Männer und eine Frau sollen insgesamt 36 Einbrüche in Wohnhäuser verübt haben. Laut Staatsanwaltschaft hat die Beute einen Wert von fast 260.000 Euro.

Im Oktober 2021 sollen sich einer der angeklagten Männer und die angeklagte Frau zusammengetan haben, um sich durch Einbrüche in Wohnhäuser ein stetiges Einkommen zu verschaffen, so die Anklage.

Einbrüche mit verteilten Rollen

Dabei sollen sie mit verteilten Rollen vorgegangen sein. Die Frau soll zunächst an der Haustür geklingelt haben, um festzustellen, ob die Bewohner zuhause waren oder nicht. War die Luft rein, so die Anklage, soll sie dem Mann ein Zeichen gegeben haben.

Der soll dann auf der Rückseite des Hauses Fenster oder Terrassentüren aufgebrochen haben und so ins Haus gekommen sein. Die Frau soll währenddessen Schmiere gestanden haben.

Frau gibt Beteiligung zu

Die Frau war die Einzige, die beim Prozessauftakt am Donnerstag über ihre Dolmetscherin und ihre Anwältin etwas aussagte. Sie gab an, sie habe in Serbien ein Jurastudium abgeschlossen und sei dann nach Luxemburg gezogen, wo sie geheiratet und zwei Kinder bekommen habe.

Sie habe in einem Restaurant und einem Lebensmittelladen gearbeitet. Wie es dazu kam, dass sie begann, Einbrüche zu verüben, dazu sagte sie nichts. Sie sei an 13 der Einbrüche beteiligt gewesen, gab sie zu, sie habe dabei jeweils Schmiere gestanden. Die beiden männlichen Angeklagten machten am Donnerstag keine Aussage.

Komplize kommt dazu

Spätestens ab April 2022, so die Staatsanwaltschaft, schloss sich der dritte Angeklagte der Bande an. Er soll dem Mann beim Aufbrechen der Fenster und Türen und beim Durchsuchen in den Häusern geholfen haben.

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Diebe erbeuteten 260.000 Euro

Durch die Wohnungseinbrüche sollen einer der Angeklagten und die Frau eine Beute von 250.000 Euro gemacht haben, der erst später dazugekommene Komplize eine Beute von fast 10.000 Euro.

Diebesgut war laut Gericht Schmuck, Uhren, Bargeld, Münzen und technische Geräte wie Kameras.

Nachbar bemerkt Einbruch und ruft die Polizei

Im Mai flog die Bande auf. Laut Gericht hatte bei einem Einbruch in ein Haus im Mai der Bewohner des Nachbargrundstücks etwas gehört und die Polizei alarmiert. Die mutmaßlichen Einbrecher flüchteten, wurden aber in der Nähe des Tatorts festgenommen.

Bis dahin sollen sie 36 Einbrüche in Wohnhäuser verübt haben, in Langsur, Schöndorf und anderen Orten der Region Trier. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft. Einer der Angeklagten ist laut Gericht bereits vorbestraft, die anderen beiden noch nicht.

Das Strafmaß für schweren Raub liegt laut Gericht bei fünf bis 15 Jahren Gefängnis. Für den Prozess sind am Landgericht Trier sieben weitere Verhandlungstage bis 10. Januar 2023 eingeplant.

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